Belgier bangen um ihr Andenken

+
Die Mauer mit der Gedenktafel in der Adamkaserne rückt stets einmal im Jahr in den Mittelpunkt.

Soest - Nichts ist für die Ewigkeit, scheinbar nicht mal Erinnerungsstätten. Das erfahren derzeit auch die Anhänger der pensionierten belgischen Militärs.

Das Gelände der ehemaligen Adamkaserne soll zwar zu einem modernen und attraktiven Wohnquartier entwickelt werden, das heißt aber nicht, dass dort kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Einige der massiven Blöcke sind denkmalgeschützt und werden schon deshalb alle Veränderungen überstehen, andere sollen zwar saniert werden, aber ebenfalls erhalten bleiben. Weichen muss aber wohl das Ehrenmal für die belgischen Soldaten. 

„Das Mäuerchen wird tatsächlich mit den Abrissarbeiten, die wir im November beginnen, fallen“, bestätigte auf Anfrage Prof. Monika Dobberstein von der Wirtschaftsförderung, die das Areal erworben hat. Dabei bezieht sie sich auf den geplanten Abriss einiger Hallen unweit des Ehrenmals. Man sei in Gesprächen mit Burkhard Schnettler vom Museum der Belgischen Streitkräfte und habe ihm angeboten, die Gedenktafel, die auf dem „Mäuerchen“ angebracht ist, am Block 3 anzubringen – in dem unter anderem die Französische Kapelle und das Museum der Belgischen Streitkräfte untergebracht sind. 

Über einen genauen Platz werde aber derzeit noch diskutiert, so Dobberstein weiter. Geplant sei außerdem eine „kleine Feierstunde“ als Rahmen für die Enthüllung der Tafel an ihrem neuen Standort. Abriss „entwürdigend“ Bei der wird sich Daniel Loos möglicherweise nicht blicken lassen. 

Der Vorsitzende des Freundeskreises der pensionierten belgischen Militärs, mit Wohnsitz in Lüdenscheid, hat gemeinsam mit vielen Kameraden die jährlichen Treffen an dem Ehrenmal besucht, das für ihn eine Erinnerung an die Toten der belgischen Garnison in Soest ist. Den geplanten Abriss empfindet er als „entwürdigend“. 

Und mehr noch: „Mir ist unverständlich, warum die Stadt das neue Wohngebiet Belgisches Viertel nennen, aber alle Hinweise und Erinnerungen an uns Belgier beseitigen will.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.