Ersthilfe für die Seele

Tödlicher Unfall in Soest: Das leisteten die Seelsorger vor Ort

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Am Mittwoch kam ein 67-jähriger Radfahrer aus Möhnesee beim Überqueren der Werler Landstraße zu Tode.

Soest – Drei Notfallseelsorger eilten am Mittwochnachmittag an die Unfallstelle zwischen Ostönnen und Ampen, wo ein 67-jähriger E-Bike-Fahrer beim Überqueren der Werler Landstraße von dem Wagen eines 39-jährigen Werlers erfasst und so schwer verletzt worden war, dass er wenig später starb. Heinz-Gerhard Müller koordinierte den Einsatz der ehrenamtlich tätigen Seelsorger. 

„Ein Seelsorger alleine kann die intensive Unterstützung, die in solchen Fällen nötig wird, nicht leisten“, erklärte er den Einsatz eines ganzen Teams von Kollegen. 

Ohne in allzu persönliche Details des Einsatzes wie die Reaktionen von schockierten Zeugen zu gehen, beschrieb Müller die Aufgabe seiner Kollegen in Einsätzen wie diesen: „Wir sind Ersthelfer für die Seele.“

Völlig unterschiedliche Reaktionen in Ausnahmesituationen

Bei diesem Einsatz waren es gleich eine ganze Reihe von Seelen, die Hilfe brauchten – eine Herausforderung auch deshalb, weil Menschen in solchen extremen Situationen völlig unterschiedlich reagieren. Weinen, Hysterie, Schweigen. „Schweigen muss man auch aushalten können“, beschreibt Müller eine der Anforderungen an Notfallseelsorger.

Erst nach mehreren Stunden war der Einsatz für die letzten seiner Kollegen abgeschlossen – abgesehen von der obligatorischen Nachbesprechung im Team.

Seelsorger bis zum Abend im Einsatz

Am Mittwoch hieß das, dass Zeugen vor Ort so lange betreut wurden, bis Angehörige oder Freunde „übernehmen“ konnten. Ein Seelsorger begleitete die Polizei am Abend zur Familie des Opfers, der die schlimme Nachricht überbracht werden musste.

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