Mann nennt Ex-Frau Schlampe - jetzt muss er zahlen

+
Symbolbild

Bad Sassendorf/Soest – Das Ehepaar, Eltern zweier Kinder, ist inzwischen geschieden, und jeder geht seine eigenen Wege. Jetzt sahen sich die beiden vor dem Soester Amtsgericht wieder. Dass sie sich nicht mehr mögen, war in der angespannten Situation deutlich zu spüren.

Der Ehemann musste sich wegen Beleidigung verantworten: Er hat seine Ex-Frau als Schlampe bezeichnet – das kommt ihn teuer zu stehen. Bemessen nach seinen Einkommens-Verhältnissen als Verteiler bei einem Internet-Kaufhaus muss der Sassendorfer 40 Tagessätze zu 15 Euro zahlen.

Seinen Einspruch gegen den Strafbefehl nahm er beim gestrigen Termin letztlich doch lieber wieder zurück, weil die „Rechnung“ sonst womöglich noch höher ausgefallen wäre. „Sind Sie schon einmal gewalttätig gegen ihre Frau geworden?“, erkundigte sich der Richter. Der Angeklagte schüttelte den Kopf: „Wir hatten die normalen Probleme, so wie jedes andere Paar auch.“ Für seine frühere Gefährtin hatte er kein gutes Wort mehr übrig. Er dürfe seine Kinder nicht sehen, das sei schlimm, interessiere aber offenbar nicht weiter. Dass er sich angeblich in der Wortwahl vergriffen habe, werde dagegen an die große Glocke gehängt, klagte er. 

Der 39-Jährige hatte es nicht zum ersten Male mit der Justiz zu tun. Der Richter verlas in der Verhandlung frühere Urteile. 

Danach kam es mehrfach zu handfesten Auseinandersetzungen in der Beziehung, zum Beispiel vor zwei Jahren, als im Fernseh-Programm ein Film über den Tod einer Frau lief. Das sei nicht richtig, habe der Angeklagte gerufen, besser sei es, seine eigene Ehefrau sterbe. Er habe sich daraufhin auf ihren Schoß gesetzt und sie gewürgt. Ein anderes Mal habe er sie geschlagen, nur weil sie den Wunsch äußerte, eine neue Jeans zu kaufen.

 Verletzt habe sie das Schlafzimmer verlassen wollen, er habe sie dann aufs Bett geworfen und ihr das Blut mit einem T-Shirt von der Nase gewischt. Als sich die beiden später einmal nicht über das Essen einigen konnten, habe der Mann wütend mit den Plastikschubladen aus dem Kühlschrank auf seine Frau gezielt. Die sagte gestern als Zeugin aus und berichtete von einigen unschönen Szenen. 

Die Kinder hätten nicht zu ihrem Vater gewollt, erzählte sie, das habe ihren ehemaligen Mann so aufgebracht, dass sie Angst hatte, er schlage die Tür ein. Weil er lautstark schimpfte, habe sie die Polizei verständigt. Dass er nun 600 Euro auf den Tisch legen soll, macht dem Angeklagten zu schaffen: „Woher soll ich das Geld nehmen, soll ich es etwa klauen?“ Zum Schluss zeigte er Einsicht: „Ich hoff, ich stehe das letzte Mal vor Gericht."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare