Stille Helfer:

Edda Spies ist des Tierheims Ruhepol

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Mit viel Tierliebe und noch mehr Tatkraft hilft Edda Spies im Soester Tierheim. Und mit dem Hund Bounty fühlt sich die 80-Jährige einfach wohl.

Soest – „Ich brauche die Aufgabe und die Aufgabe braucht mich.“ Das sagt Edda Spies.

Am liebsten aber würde sie gar nichts sagen, keine „große Geschichte“ machen aus „dem bisschen Hilfe“ im Soester Tierheim. Viel lieber streichelt sie Bounty, den verschmusten Mini-Australian- Shepherd, der beim Anzeiger besucht gleich auf ihren Schoß springt. „Ja, komm mal her“, herzt sie den kleinen Hund – und verteilt reichlich Streicheleinheiten. „Ja, das stimmt“ sagt sie danach bescheiden, wenn Tierheimleiterin Birgit Oberg erzählt, wie sie an vielen Nachmittagen Ordnung ins Büro bringt, wie feinfühlig sie mit Besuchern umgeht, wie gerne sie sich um Tiere kümmert – und wie sie ebenso treu wie ehrenamtlich das Tierheim-Team unterstützt.

16 Jahre geht das schon so. „Weil ich damals gefragt worden bin und Zeit hatte“, gibt Edda Spies als Grund an. Aus einer Anfrage wuchs schnell ein Halbtagsjob. Denn schnell war im Tierheim klar: So eine wie Edda Spies, die können wir hier gebrauchen. „Sie findet im Büro einfach alles“, sagt Birgit Oberg, „und außerdem ist sie ein Allrounder, den man überall einsetzen kann“.

Meistens aber sitzt Edda Spies im Büro. Früher fünf, heute noch zwei bis drei Nachmittage pro Woche. Manchmal liegt ein Kätzchen auf ihrem Schoß, das Wärme braucht, manchmal sitzt ihr ein junger Mitarbeiter gegenüber, weil er einen Rat braucht von Edda Spies. Der „Ruhepol“ im Tierheim wirkt anziehend: weil um sie herum viel Hektik herrscht; und weil sie als 80-Jährige mit viel Lebenserfahrung und Gelassenheit ans Werk geht.

„Ich mache das alles hier freiwillig und gerne. Und wenn das alles so da ist und weiter geht, dann ist die Welt für mich in Ordnung“, sagt Edda Spies. Inzwischen ist sie gesprächiger geworden, besinnt sich, meint: „Es ist doch wichtig, immer eine Aufgabe zu haben und zufrieden zu sein mit dem, was man hat.“ Dass diese Aufgabe auch noch mit Tieren und „einem tollen Team“ zu tun hat, bezeichnet Edda Spies als Glücksfall. Denn für Tiere, ganz besonders für Hunde, hatte sie schon immer ein Herz. Zu Hause wartet deshalb neben ihrem Ehemann auch noch ihr Yorkshire-Terrier „Jamie“ auf sie; und der ist nach Edda Spies‘ festen Überzeugung „der schönste Hund der Welt“.

Zu Hause in Deiringsen, da wartet auch der Garten mit den vielen Blumen – und den vielen Naturbeobachtungen. Doch nur zu Hause sein, das kann sie sich nicht vorstellen. „Weil ich einfach eine sinnvolle Aufgabe brauche – und weil hier kein Tag wie der andere ist“, sagt Edda Spies. „Natürlich geht das nur, weil wir uns hier als Team so gut verstehen“, sagt sie. Es werde viel gemeinsam gelacht. „Und wenn wir es mit tragischen Fällen zu tun haben, dann sind wir auch zusammen traurig“, sagt sie. Ob sie hier im Tierheim noch lange arbeiten will? „Natürlich“, sagt Edda Spies sofort, „ich bin hier doch fest eingeplant“. Und dann meint sie: „Ich finde, jeder darf etwas Sinnvolles tun, um mit seinem Leben zufriedener zu sein.“

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