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"eCall" setzt Notruf von A44 ab, doch niemand meldet sich - Feuerwehr sucht nach schwerem Unfall

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Von: Daniel Schröder

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Die Feuerwehr Soest musste am Mittwochmorgen einen Unfall auf der A44 suchen. © Symbolfoto: Daniel Schröder

Soest - "Es war eine unklare Lage, wir mussten uns auf alles vorbereiten" - die Feuerwehr Soest rückte am Mittwochmorgen mit beiden Innenstadtzügen zu einem vermeintlich schweren Verkehrsunfall aus. Der Notruf-Assistent eines Fahrzeugs hatte auf der A44 Alarm geschlagen.

Um 8.11 Uhr war die Unfallmeldung in der Soester Rettungsleitstelle eingegangen. Das "eCall"-System eines Fahrzeugs hatte ausgelöst. 

Bei "eCall" handelt es sich um ein automatisches Notrufsystem für Fahrzeuge, das seit dem 31. März 2018 in allen neuen Modellen verbaut sein muss. Bei einem Verkehrsunfall wird automatisch eine Telefonverbindung zur nächsten Rettungsleitstelle aufgebaut. Das Problem in diesem Fall: Niemand im Fahrzeug reagierte auf den Disponenten, der den Notruf in der Soester Rettungsleitstelle entgegen genommen hatte.

Lange Suche nach dem Unfallort - trotz GPS-Angaben

Deshalb musste der Leitstellen-Mitarbeiter zunächst davon ausgehen, dass im Unfallfahrzeug niemand mehr ansprechbar war und setzte ein großes Aufgebot der Feuerwehr Soest in Bewegung. Da durch das "eCall"-System die GPS-Koordinaten und damit zumindest der Unfallort bekannt waren, machten sich die Einsatzkräfte beider Innenstadtzüge der Feuerwehr Soest auf den Weg zur A44 in Fahrtrichtung Kassel. Zwischen den beiden Soester Anschlussstellen fanden sie zunächst: nichts.

Gleichzeitig suchte eine weitere Fahrzeugbesatzung der Feuerwehr auf der Fahrbahn in Richtung Dortmund nach dem Unfall. Doch auch dort war nichts zu finden. Die Einheiten, die in Richtung Kassel unterwegs waren, wollten im Kreuz Erwitte/Anröchte wenden, um zurück in Richtung Soest zu kommen und gleichzeitig diesen Autobahnabschnitt zu erkunden. Dabei entdeckten sie auf der Gegenfahrbahn einen leichten Auffahrunfall. Wenige Minuten später hatten sie den Unfallort erreicht und konnten Entwarnung geben: Es handelte sich um den vermeintlich schweren Unfall, nach dem sie fieberhaft gesucht hatten.

Unfallfahrer hatte den "eCall"-Notruf wohl gar nicht bemerkt 

Verletzt wurde niemand. Offenbar war der Fahrer des Ford Transit, der den "eCall"-Notruf abgesendet hatte, unmittelbar nach dem Unfall ausgestiegen und hatte deshalb gar nicht mitbekommen, dass der Leitstellen-Mitarbeiter ihn mehrfach versucht hatte, anzusprechen.

Die Maßnahmen der Feuerwehr beschränkten sich darauf, die Unfallstelle abzusichern und auslaufende Betriebsstoffe aufzunehmen, berichtete Feuerwehrsprecher Kai Weets.

Bereits am Vortag war die Feuerwehr Anröchte zu einem Einsatz auf der A44 bei Soest gerufen worden. Ein Auto hatte sich überschlagen, nachdem es auf die Leitplanke geraten war.

Wie wichtig es ist, bei einem Notruf auf der Autobahn eine möglichst genaue Ortsangabe zu liefern und welche Probleme es dabei schon gegeben hat, berichten zwei Feuerwehr-Chefs, die regelmäßig auf der A44 im Kreis Soest im Einsatz sind.

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