Duden wirkte auch in Soest

+
In diesem Haus in der Soester Ulricher Straße lebte Konrad Duden von 1859 bis 1869.

SOEST -  „Wie schreibt man jetzt eigentlich Portemonnaie? Darf man das heute noch so schreiben oder muss es Portmonee heißen?“ Gute Frage, doch wer es genau wissen will, sollte im „Duden“ nachschlagen.

Der „Duden“ ist die Instanz in allen Fragen der deutschen Rechtschreibung. Das Nachschlagewerk trägt den Namen seines Schöpfers: Konrad Duden. Heute vor 185 Jahren wurde der „Vater der Rechtschreibung“ auf Gut Bossigt bei Wesel geboren.

Konrad Alexander Friedrich Duden führte ein bewegtes Leben, und das führte ihn für ein Jahrzehnt auch nach Soest. Zum ersten Mal kam der spätere Gymnasiallehrer im Jahr 1854 als 25-Jähriger in die Bördemetropole. Der Geisteswissenschaftler hatte gerade sein Studium der Philologie, Germanistik und Geschichte in Bonn abgeschlossen, die Lehramtsprüfung absolviert und war in Marburg promoviert worden. Das Thema seiner Promotion war die „Antigone“ von Sophokles.

Am traditionsreichen Soester Archigymnasium sollte er seine einjährige Referendarzeit leisten. Der umtriebige junge Mann überlegte es sich jedoch anders und zog als Hauslehrer nach Genua. 1859 kehrte Duden ans Archigymnasium zunächst als Deutschlehrer zurück, 1867 übertrug man ihm als Prorektor die Leitung des Gymnasiums.

Bereits in dieser Zeit stellte Duden sein Reformbestreben unter Beweis: Er schaffte den traditionellen Hebräischunterricht ab und ersetzte ihn durch den zeitgemäßen Englischunterricht.

Während seiner Zeit in Soest wohnte der Archi-Rektor in einem heute noch erhaltenen Schieferhaus in der Ulricher Straße. In seiner Soester Zeit fielen auch wichtige familiäre Ereignisse: 1861 heiratete er die 21-jährige Adelina Sophia Jakob, die Tochter des deutschen Konsuls in Messina. In Soest wurden die Kinder Gustav (1861), Konrad (1864, der bald starb), Julia (1867) und Paul (1868) geboren. Im Jahr 1869 verließ Duden Soest und wurde Rektor des Gymnasiums in Schleiz/Thüringen. - agu

Lesen Sie mehr rund um das Thema am Freitag im Anzeiger auf der Seite "Ortsgespräch".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare