Schwefer Orgel strahlt und klingt wieder

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Orgelbaumeister Friedrich Tzschöckel zeigt interessierten Besuchern, wie die Orgel von der Taste bis zur Pfeife funktioniert.

Schwefe -  In dreiwöchiger Arbeit ist die Schwefer Orgel gereeinigt worden. Am kommenden Sonntag wird sie wieder in Betrieb genommen. 

"Kirchgänger werden nicht merken, was genau gereinigt und repariert worden ist. Aber sie sehen, dass die Pfeifen im Prospekt strahlen und die Orgel besser klingt“, prophezeit Orgelbaumeister Friedrich Tzschöckel aus dem württembergischen Althütte für den Gottesdienst am 9. Februar. Dann soll die Schwefer Orgel wieder in Betrieb genommen werden. Drei Wochen haben Tzschöckel und sein dreiköpfiges Team gearbeitet, um die Schwefer Orgel „auf Vordermann“ zu bringen. Jetzt erstrahlt das Instrument optisch und akustisch wieder im schönsten Glanz. 

Besonders hell leuchten die 14 symmetrisch ausgerichteten Pfeifen am Prospekt, also an der Fassade des Instruments. Sie stammen zum Teil noch aus der Entstehungszeit des Instruments, sind aber stumm. Sie dienen nur zur Dekoration. 

Der strahlende Klang ist der Putzaktion zu verdanken, die die Fachleute veranstaltet haben. Ganz klar, gesäuberte Pfeifen klingen besser als solche, deren Klang durch Staub gedämpft wird. 

Zur Orgel in der Severinkirche hat Tzschöckel eine besondere Beziehung, denn sein Vater Reinhard hat das Instrument für die westfälischen Kirche gebaut. Das war vor 33 Jahren. Inzwischen haben das Raumklima und die ständige Benutzung der „Königin der Instrumente“ dermaßen zugesetzt, dass die Generalüberholung dringend fällig wurde. „Die Orgel ist noch voll funktionsfähig“, versichert Tzschöckel.

 Gleichwohl musste einiges repariert werden. Beispielsweise hatte der Blasebalg, der die Pfeifen mit Luft versorgt, ein rund zwei Zentimeter großes Loch bekommen. „Da haben wir einfach ein Spezialpflaster drübergeklebt“, erläutert Tzschöckel. Ansonsten sei den Fachleuten an dem Balg nichts aufgefallen, als sie das Leder kontrollierten.

 Der Orgelbaumeister und seine Mitarbeiter haben jede der 1007 Pfeifen, die jeweils aus einer Zinn-Blei-Legierung besteht, einmal in der Hand gehabt, um sie zu kontrollieren, zu reinigen, eventuell auszubessern und zu stimmen – die längste ist 2,40 Meter hoch, die kleinste nur wenige Zentimeter lang. Zum Schluss wurden alle Verschleißteile ausgewechselt, so dass die Schwefer für die nächsten Jahrzehnte „Ruhe“ an der Orgelfront haben dürften.

 16 Register gibt es an der Schwefer Orgel, mit Transmissionsriemen sogar 20. „Mit zwei Manualen hat die Orgel genau die richtige Größe. Für ein Manual sind es zu viele Register“, urteilt Tzschöckel. Billig ist es nicht, die „Königin der Instrumente“ wieder schön klingen zu lassen.

 Die Kosten von 24 500 Euro werden komplett vom Förderverein aufgebracht. Die 135 Mitglieder um den Vorsitzenden Erik Tankink haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Severinkirche instand zu halten und dazu zählt auch die Orgel als „Einrichtungsgegenstand“ Mit einem Tauf- und Abendmahlsgottesdienst wird die runderneuerte Orgel am kommenden Sonntag um 10 Uhr wieder in Betrieb genommen. Den Gottesdienst leitet der neue Pfarrer Andreas Herzog. Die Orgel spielt Dr. Jadwiga Makosz.

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