Soester Studenten in R4-Veteranen auf dem langen Weg in die Wüste

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Mit Applaus für Menschen und Maschinen wurden die drei Teams auf dem Campus der Fachhochschule verabschiedet, die bald schon auf Wüstenpisten unterwegs sein wollen.

Soest - Bis Büren ist Carolin Bauer schon gekommen mit ihrem R 4 – bis Marrakesch noch nicht. Wird sie aber. Wahrscheinlich. Die Studentin an der Soester Fachhochschule gehört zu drei Teams, die am Freitag starteten, um an der „4L Trophy“ teilzunehmen.

„Gelb“, „Rot“ und „Rot Schuss“ sind die Namen der Zweier-Teams, die auf dem Campus der Soester Fachhochschule verabschiedet wurden – Namensgeber waren die Farben der betagten Karossen und, im Fall von „Rot Schuss“, markante Einschusslöcher in der Fahrertür des alten Renaults, Zeugnisse einer offenbar auf mehrere Weisen bewegten Vergangenheit auf Straßen im Kosovo zu Bürgerkriegszeiten. 

Lina Mädler (Hamm) und Michael Tacke (Möhnesee), Sebastian Gerloff (Hamm) und Jannis Metken (Unna) sowie Carolin Bauer (Büren) und Lisa Ringelstein (Essen) haben sich in den vergangenen Monaten in die motorisierten Seelen der Veteranen mit der markanten Revolverschaltung hineingefühlt und -gearbeitet und haben in vielen Stunden, in denen sie den Hörsaal mit der Campus-Garage tauschten, die Grundlagen dafür gelegt, dass sie zumindest bei kleineren Gebrechen ihrer Autos lindernd eingreifen können. 

Das macht auch deshalb Sinn, weil die Strecke nach relativ gepflegten Autobahnkilometern bis ins südfranzösische Biarritz – dort erfolgt am 21. März der Start – und weiter an die südspanische Küste in Marrokko über deutlich rauere Wüstenpisten führt. Insgesamt warten rund 9 500 Kilometer auf Menschen und Maschinen, bevor alle gemeinsam wieder auf den Campus am Lübecker Ring einbiegen können. Das dürfte Mitte März passieren. 

Eine Lust- oder gar Traumreise wird das ganz sicher nicht werden – obwohl ein TV-Team des Saarländischen Rundfunks für eine entsprechend benannte Sendereihe einen Teil des Weges begleiten wird – dafür sind die Wagen zu spartanisch ausgerüstet. Außerdem geht es bei der Rallye auch um einen guten Zweck: Alle Teams haben mindestens 50 Kilo Schulmaterialien dabei, die in Marrokko „ausgeliefert“ werden. 

Technisch aber ist das R4-Trio bereit für die Wüste: Extra eingebaut wurden zum Beispiel Dachfilter, die über ein fettes Rohr mit dem Motorraum verbunden sind – in der Hoffnung, dem aufgewirbelten Wüstensand damit die entscheidenden Höhenzentimeter voraus zu sein.

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