Drei junge Soester wegen Beleidigung zu Geldstrafen verurteilt

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Die drei Soester zeigten sich vor Gericht reumütig

Soest - Wer nachts alkoholisiert auf die Idee kommt, dass die Beleidigung von Polizeibeamten eine gute Idee ist, findet sich manchmal vor dem Soester Amtsgericht wieder. Diese Erfahrung haben drei junge Soester gemacht.

Dass Alkohol die Zunge löst, ist bekannt. Viele nutzen diese Effekte, um Schüchternheit zu überwinden und in Partystimmung zu kommen. 

Dass zuviel Alkohol schädlich für die Leber, das Gedächtnis und vor allem den Geldbeutel sein kann, mussten jetzt drei junge Soester vor dem Soester Amtsgericht erfahren. Sie wurden wegen Beleidigung zu Geldstrafen verurteilt. 

Der Vorfall ereignete sich am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages. Gegen 4 Uhr machten sich die drei Beschuldigten im Alter von 22, 21 und 19 Jahren gemeinsam mit ein paar Freunden auf den Heimweg, nachdem sie zuvor in diversen Gaststätten viel „Schnaps und Bier“ konsumiert hätten. 

Scheinbar fühlten sie sich von einer vorbeifahrenden Streife provoziert, woraufhin der älteste der drei Angeklagten einen wüsten Spruch losließ. Die Polizisten wendeten den Streifenwagen, um die Bande zur Rede zu stellen, woraufhin der Rufer die Straße blockierte. 

Als die Beamten die Personalien aufnehmen wollten, griffen auch die beiden anderen Beschuldigten, darunter der Bruder des Straßenblockierers, ein und fingen an, die Beamten lautstark zu beleidigen. „Witzfiguren“ und „Möchtegern–Polizisten“ waren dabei noch die harmlosesten Bezeichnungen. 

Bei den beiden Eingreifenden wurden Alkoholwerte von 1,5 und zwei Promille gemessen. Die als Zeugen geladenen Beamten bestätigten, dass die Angeklagten zwar stark alkoholisiert, aber nicht volltrunken waren. 

Als auch Maßnahmen wie ein Platzverweis ohne Erfolg blieben, wurden die drei „Rohrspatzen“ getrennt voneinander in Gewahrsam genommen und aufs Revier gebracht. 

Im Streifenwagen fielen weitere Beleidigungen, darunter: „Das kriegt ihr alles privat zurück!“ und „Mein Vater ist so reich, der kauft Euer ganzes Leben.“ 

Vor Gericht konnten sich die drei zwar nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnern, entschuldigten sich allerdings brav bei den Beamten. Alle drei wurden zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Jüngste erhielt eine Jugendstrafe und muss 300 Euro an die Soester Tafel zahlen. 

Am dicksten kam es nach den fiesen Sprüchen für den 21-jährigen, der bereits im Februar wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden war. Er muss insgesamt 3000 Euro Strafe zahlen. Inzwischen hat er nach eigenen Angaben mit dem Trinken aufgehört. War vermutlich einfach zu teuer. 

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