Händler wollen Regional-Verkauf

Direkter Milch-Vertrieb: Bauer belebt Molkerei neu

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Auch Edeka Sauer in Westönnen und Welver macht die Aktion mit. Hier stehen Christoph Kloke, Karsten Nüsken und Claus Bachmann zusammen. Das Bild entstand vor der allgemeinen Kontaktsperre.

Soest/Werl – Vielen Soestern ist die Hellweg-Molkerei an der ehemaligen B1 noch bekannt. Nun, gut zwölf Jahre nach ihrem Abriss, wird sie dank Landwirt Christoph Kloke aus Werl-Holtum zu neuem Leben erweckt. Ab sofort ist die Milch bei Edeka-Filialen im Kreis erhältlich.

Die pasteurisierte Vollmilch hat einen Fettgehalt von circa 4,2 Prozent und wird in einer Ein-Liter-Mehrwegglasflasche im Kühlregal zu einem Preis von 1.69 Euro angeboten. Nach dem Verzehr können die leeren Flaschen im gleichen Supermarkt über den normalen Pfandautomaten zurückgegeben werden. 

Entstanden ist die Idee für die Wiederbelebung als Reaktion auf den ständigen Preiskampf der Milchbauern. „Gefühlt haben wir heute noch die gleichen Preise wie in den 1950er Jahren“, beklagt der Landwirt aus Holtum. Ein weiterer Grund war die gestiegene Nachfrage aus der Nachbarschaft – nach Vollmilch direkt vom Hof. 

Also entschied sich der Landwirt, entgegen der Meinung seiner Frau und seiner Eltern, selbst das Ruder in die Hand zu nehmen und eine Molkerei zu eröffnen. Nachdem er auch noch Karsten Nüsken, Filialleiter mehrerer Edeka Supermärkte, schnell von seiner Idee überzeugen konnte, stand die Entscheidung fest. 

200 Kühe

Heute hat Kloke auf seinem traditionellen Familienhof rund 200 Kühe, denen es an nichts fehlt: gentechnikfreies Futter aus der Region, einen modernen Außenklimastall, 200 Liegeboxen mit verschiedenen Komforteinrichtungen wie beispielsweise Massagebürsten, eine Außenweide – und die Freiheit selbst zu entscheiden, wann es Zeit für den Melkroboter ist. 

Von dort gelangt die Milch in die angrenzende Molkerei, wo sie pasteurisiert und abgefüllt wird, bevor sie im Kühlregal steht. Ein Frische-Vorteil der, laut Nüsken, ohnehin für seine Produkte oberstes Gebot sei: „Auch deshalb freuen wir uns, dass wir nun einen Lieferanten hier vor Ort gefunden haben. Wir wollen damit die Menschen unterstützen, die sich mit unglaublich viel Herzblut um ihre Tiere und Lebensmittel kümmern.“ Kloke glaubt fest an sein Unterfangen, das er aus eigenen Mitteln finanziert hat. Sollten die Soester das ebenfalls tun, sodass die eigenen Kapazitäten nicht mehr ausreichen, wäre eine Zusammenarbeit mit anderen Milchbauern aus der Region denkbar. 

Derzeit gibt es die Milch bei Edeka Sauer und Nüsken. Weitere Infos: www.hellweg-molkerei.de

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