Stillstand in der Adamkaserne

Drei Blöcke im Dornröschenschlaf: Stadt und Eigentümer streiten über Tiefgarage oder Parkhaus

Stillstand bei Blöcken in der Adamkaserne
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Blöcke im Dornröschenschlaf: Der Bauantrag des Investors „ruht“ derzeit, die Verhandlungen zwischen Stadt und Eigentümer sind ins Stocken geraten.

Betagt, aber robust: Die Bausubstanz der einst mit den Nummern 4, 5 und 7 versehenen Blöcke auf dem Gelände der ehemaligen Adamkaserne ist grundsolide. Ähnlich solide scheinen allerdings auch die Gegensätze zwischen Stadtverwaltung und Immobilieneigentümer zu sein, was genau aus dem denkmalgeschützten Ensemble werden soll.

Soest – Während ringsum bereits ein Wohngebiet mit zahlreichen Neubauten entstanden ist, sind die Blöcke in einen Dornröschenschlaf verfallen.

Ob Matthias Abel, Technischer Beigeordneter der Stadt, oder Christoph Hommerich, Geschäftsführer des Eigentümers Armand Adam GmbH aus München, die Prinzen sein werden, die das ambitionierte Projekt wieder wachküssen können, scheint unklar: Mindestens drei Problemfelder gibt es, die bislang trotz vieler Gespräche nicht ausgeräumt werden konnten – und damit den Start konkreter Bauarbeiten verhindert haben.

- Wie viele Stellplätze müssen geschaffen werden? Nach Angaben von Brigitte Sliwa, Sprecherin der Stadtverwaltung, gibt es hier unterschiedliche Berechnungen zwischen den beiden Parteien.

- Wie sollen die Stellplätze gestaltet werden? Die Stadt verweist auf den gültigen Bebauungsplan und drängt auf eine Tiefgarage - Sabrina Rahtgens, Sprecherin von Armand Adam, verweist darauf, dass der Bau einer Tiefgarage technisch derart aufwendig wäre, dass es nicht wirtschaftlich sei. Daher favorisiert ihr Unternehmen ein Parkhaus, groß genug dimensioniert, um auch Bewohnern des benachbarten Neubauviertels im Quartier Stellplätze anbieten zu können. Das Parkhaus soll als Teil eines Mobiliätskonzeptes so platziert werden, dass Autoverkehr so weit wie möglich ferngehalten wird von den Wohnbereichen.

- Was gibt der Denkmalschutz vor? Sliwa nennt hier unter anderem Vorgaben für den Bau von Balkonen, die beachtet werden müssen – auch hier gebe es Meinungsverschiedenheiten mit den Münchenern.

So sieht‘s aus in den anderen Blöcken

Im Gegensatz zu den ehemaligen Blöcken 4, 5 und 7 sind die Fortschritte bei der Entwicklung der anderen denkmalgeschützten Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände bereits sichtbar.

So haben die Eigentümer des Soester Architektenbüros Impuls 3A im Block 1 zu Jahresbeginn die ersten Mieter begrüßen können, inzwischen sind alle Wohnungen in dem Block belegt.

Die ehemaligen Blöcke 2 und 3 werden von Unternehmern aus Lippstadt saniert: Jörg Michel hat den Block mit dem markanten Turm erworben. Er ist voll des Lobes über die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und der Stadt. „Wir gehen davon aus, im Herbst 2022 fertig zu sein“, so Michel.

Und Andreas Kolmer rechnet damit, im Sommer mit den Bauarbeiten im Block 3 beginnen zu können. Alle nötigen Förderbescheide und Genehmigungen liegen inzwischen vor, ein Bauantrag ist in der Bearbeitung. Wegen verschiedener Faktoren sei es zwar zu Verzögerungen gekommen, so Kolmer, aber er ist zuversichtlich, dass es nun zügig vorangehen wird.

Im Ergebnis hält die Stadtverwaltung den eingereichten Bauantrag von Armand Adam für „nicht genehmigungsfähig“, was Armand Adam, wenig überraschend, anders sieht. Weil beide Seiten aber ungeachtet dieses Gegensatzes ein „unverändert großes Interesse an einer Einigung haben“, wie es sowohl aus dem Rathaus als auch aus München heißt, ist der Bauantrag nicht abgelehnt worden, sondern in gegenseitigem Einvernehmen „auf ruhend gestellt“ worden.

Im Klartext: Es wird weiterhin versucht, zu einer Einigung zu kommen – damit es doch noch etwas werden kann mit der Verwandlung von alten Blöcken im Dornröschenschlaf in ein lebendiges, modernes Wohnquartier. Happy Ends können bei diesen Geschichten bekanntlich manchmal länger dauern.

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