Darum geht es bei den Adamkasernen-Blöcken so langsam voran

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In  diesen drei Blöcken sollen einmal schicke Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Zu sehen ist davon aber noch nichts.

Soest – Als die Stadt vor drei Jahren über ihr Tochterunternehmen Wirtschaftsförderung (WMS) nach langen Verhandlungen die Unterschrift unter den Kaufvertrag für das Gelände der ehemaligen Adamkaserne setzte, schien es für einige der großen Blöcke auf dem Areal keine Zukunft zu geben. Trotz Denkmalschutzauflagen erlaubte es der Vertrag, die Blöcke 4, 5, 6 und 7 abzureißen. Davon aber ist schon lange keine Rede mehr.

Bis auf den Block 6 stehen alle Blöcke noch und sollen umfassend saniert werden. Der Anzeiger fragte nach, was geschehen ist, was der aktuelle Sachstand ist und wie es weitergehen soll.

Die Vergangenheit 

Die vier Blöcke abreißen und die so freigewordenen Flächen als Baugrundstücke verkaufen – das war einmal der Plan. Dafür bekam die Soester Wirtschaftsförderung das ehemalige Kasernengelände rund eine Millionen Euro „günstiger“ vom damaligen Eigentümer, der bundeseigenen BIMA, als Ausgleich für die zu erwartenden Abrisskosten. Dann die Kehrtwende: Statt eines Abrisses sollten die Blöcke 4, 5 und 7 erhalten und saniert werden. Die Million wurde „zurück“ gezahlt, und ein Käufer wurde für die drei Blöcke gefunden: die „Armand Adam GmbH“ mit Sitz in München.

Das Konzept 

In den Blöcken 4 und 5 sollen insgesamt bis zu 80 Mietwohnungen entstehen – aber nicht irgendwelche: Gemeinsam mit den zukünftigen Bewohnern, so das Projektteam um Geschäftsführer Christoph Hommerich, soll eine Vision entwickelt und umgesetzt werden, bei der die Wünsche der potenziellen Mieter frühzeitig eingearbeitet werden in die Planungen und dann auch die Realisierung des ehrgeizigen Bauvorhabens. Im Block 7 soll ein kaum weniger ambitioniertes Konzept für gewerbliche Mieter umgesetzt werden.

Die Gegenwart 

Alle drei Blöcke haben seit dem Eigentümerwechsel mehrere Winter und Sommer kommen und gehen sehen, sichtbar passiert ist nichts. Hinter den Kulissen dafür aber wohl um so mehr, die Rede ist von Unstimmigkeiten zwischen den Münchenern und der Wirtschaftsförderung. 

Einer der Streitpunkte ist der Kaufpreis. „Wir haben gezahlt, das Geld ist aber für den Verkäufer noch nicht verfügbar“, beschreibt Hommerich den Status Quo, ohne weitere Erklärung. Für die WMS bestätigt Geschäftsführerin Prof. Monika Dobberstein: „Gezahlt wurde noch nicht“. Und sie räumt ein: „Selbstverständlich prüft die WMS alle Alternativen, auch den Rücktritt vom Vertrag im Rahmen des Schuldnerverzuges“. Allerdings versichere „Armand Adam“ immer wieder, dass das Projekt fortgeführt werde. 

Uneins sind die beiden Parteien auch über die Kosten für die Entsorgung von Giftstoffen, die in den Wänden der drei Blöcke (und im Block 3, an dem „Armand Adam“ ebenfalls interessiert ist) gefunden wurden: Rund 1,5 Millionen Euro soll das kosten – die WMS geht von einer geringeren Summe aus. 

Wer was davon bezahlen muss, ist strittig. „Wir haben die nötigen Arbeiten ausgeschrieben, hoffen, dass sie bald beginnen werden und werden sie natürlich auch bezahlen“, sagt Hommerich. Aber sein Unternehmen behalte sich vor, diese Kosten ganz oder zumindest teilweise von der WMS zurück zu bekommen. Einen „Streit“ will er das allerdings nicht nennen. 

Den sieht auch Dobberstein nicht, wenn auch aus einem anderen Grund. „Wir haben beim Verkauf der Blöcke vertraglich festgelegt, dass wir keinerlei Haftung übernehmen“, versichert sie. „Da gibt es keinen Dissenz“. Verkauf oder Abriss mache wirtschaftlich keinen Unterschied für die WMS. 

Für die lange Vorlaufdauer, bis endlich gebaut werden kann, macht Christoph Hommerich vor allem die Auflagen desDenkmalschutzes in Verbindung mit dem Eigentümerwechsel verantwortlich. Diese Kombination sei „äußerst ungewöhnlich“ und wohl besonders deshalb mit sehr langwierigen und komplexen Genehmigungsverfahren verbunden – schließlich sollen die Blöcke weitgehend entkernt werden. 

Die Zukunft 

Voran gehe es trotzdem, versichert er, nur eben noch nicht sichtbar. Wie weit die Planungen inzwischen sind, könnte spätestens im Oktober klarer werden: Dann will das Projektteam einen „Workshop“ mit potenziellen Mietern veranstalten.

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