Wer darf dort parken - und wer nicht?

Teures Knöllchen auf dem Behindertenparkplatz

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Wer sein Auto auf solchen Parkplätzen abstellt, benötigt zwingend einen Behindertenausweis – wie hier am Hansaplatz. Und zwar einen ganz bestimmten.

Soest – Da half alles Erklären und Bitten nicht: Das 35-Euro-Knöllchen, das Werner Paulini für das unerlaubte Abstellen seines Wagens auf einem Behindertenparkplatz auf dem Hansaplatz bekam, wird er auch bezahlen müssen. „Ich weiß, dass das nicht in Ordnung war“, räumt der Salzkottener ein – und hatte doch gehofft, dass seine Situation ihm Gnade vor Recht einbringen würde. Vergeblich. Und dafür, so erklärt die Stadt, gibt es auch gute Gründe. 

Was war geschehen? Der 70-Jährige, selber schwerbehindert, hatte seine 94-jährige Mutter zu einer Arztpraxis am Hansaplatz chauffiert. Weil die alte Dame sehr schlecht zu Fuß ist, hatte er seinen Wagen auf der mit dem bekannten Rollstuhlzeichen markierten Stellfläche abgestellt. 

Weil er weder seinen eigenen Behindertenausweis noch den seiner Mutter dabei hatte, habe er einen Zettel mit einer kurzen Erklärung des Sachverhaltes ins Auto gelegt, bevor er sich mit seiner Mutter auf den kurzen Weg in die Arztpraxis gemacht habe, so Paulini. Als er knapp 45 Minuten später zu dem Auto zurückkehrte, hatte ein städtischer Mitarbeiter das Knöllchen hinter die Scheibenwischer geklemmt. 

Formloser Zettel reicht nicht aus

„Natürlich reicht es nicht, so einen formlosen Zettel zu hinterlassen“, stellt  Brigitte Sliwa, Sprecherin der Stadtverwaltung klar, dass das Vorgehen ihrer Kollegen in der zuständigen Abteilung völlig in Ordnung gewesen sei. 

Gefordert sei vielmehr von allen, die ihr Fahrzeug auf einem Behindertenparkplatz abstellen wollen und dürfen, dass sie einen blauen „aG-Ausweis“ gut sichtbar im Auto hinterlegen. Der belegt, dass der Inhaber „außergewöhnlich gehbehindert“ oder blind (Bl) ist. Ausgestellt wird der Ausweis beim Kreis. Ohne diesen Ausweis ist die Nutzung der entsprechenden Stellfläche verboten. 

Sliwa weist auch darauf hin, dass es  natürlich in Ordnung ist, wenn ein im Auto befindlicher Passagier über den entsprechenden blauen Ausweis verfügt und ihn ins Auto legt. „Dann muss diese Person aber  auch tatsächlich transportiert werden“, mahnt sie.

Der blaue Ausweis

Neben den bereits erwähnten Personengruppen haben Contergangeschädigte und Menschen mit vergleichbaren Beeinträchtigungen (zum Beispiel Amputation beider Arme) Anspruch auf einen blauen Parkausweis. 

Mit ihm darf man nicht nur Behindertenparkplätze belegen, sondern unter anderem auch bis zu drei Stunden im eingeschränkten Halteverbot parken; in einem Zonenhalteverbot die zugelassene Parkdauer überschreiten; auf gebührenpflichtigen Parkplätzen ohne zu zahlen parken; auf für Anwohner reservierten Parkplätzen bis zu drei Stunden parken und in verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb der markierten Plätze parken.

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