Anlieger klagen gegen Modehaus - Projekt auf Eis

Als Computer-Animation gibt es bereits das neue „Marken-Mode-Center“, doch der Bau dürfte sich nach der Nachbarschafts-Klage erheblich verzögern – falls er überhaupt noch möglich ist.

SOEST ▪ Aus dem Bau des großen Modehauses auf dem alten Finanzamts-Gelände in der Waisenhausstraße wird vorerst nichts werden. Wie schon bei der geplanten Kuchenmeister-Expansion an der Hammer Landstraße wehren sich Anlieger mit einer Klage vor Gericht.

Unabhängig vom Ausgang des Streits dürfte das Modehaus zumindest im kommenden Jahr nicht gebaut werden.

„Wir wissen nur, dass eine (Normenkontroll-)Klage eingereicht worden ist, wir kennen aber keine Details“, sagte Bau-Abteilungs-Leiter Olaf Steinbicker gegenüber unserer Zeitung. Weil erst im Spätsommer der Stadtrat den Bauplan aufgestellt hat, „sind die Kläger früh dran“, denn formal hätten sie ein Jahr Zeit gehabt.

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Hinter der Klage steht eine ganze Anliegergemeinschaft aus der Walburgerstraße, der Stiftstraße und des Enger Wegs. Sie hatte in einer Vielzahl von Briefen und Stellungnahmen zum Bauvorhaben immer wieder die aus ihrer Sicht wunden Punkte angeführt: Die Größe des Modehauses mit seiner inzwischen auf 6400 Quadratmeter gewachsenen Verkaufsfläche, für das sogar zwei Wohngrundstücke am Rand des alten Finanzamts aufgekauft worden sind; die mögliche Gefahr durch das Grundwasser in diesem Bereich; vor allem aber: Die Verkehrssituation in der engen Walburgerstraße, durch die sich künftig der zusätzliche Verkehr den Weg zur Tiefgarage bahnen muss, die unter dem Modehaus entstehen soll.

„Es hat sich nichts bewegt, mit all unseren Einwänden sind wir gegen die Wand geprallt“, sagte eine Anwohnerin gestern. „Wir haben versucht, es im Guten zu regeln, aber es geht offenbar nur im Bösen“, begründete die Vertreterin der Initiative den Gang vor Gericht.

Weil es sich um ein äußerst komplexes Verfahren handelt, dürften viele Monate ins Land gehen, bis sämtliche Begründungen und Stellungnahmen auf dem Tisch liegen, sagt Steinbicker. Weil zudem das Oberverwaltungsgericht mit solchen Normenkontrollklagen reich „gesegnet“ ist, dürfte vor 2014 kaum ein Termin für die Verhandlung zu bekommen sein. ▪ hs

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