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Soester Tierheim kämpft in der Corona-Krise ums Überleben

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Von: Matthias Scheuren

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Katze im Soester Tierheim. © Niggemeier

Auch das Tierheim  ist in der Corona-Krise in Not. „Wir haben keine Einnahmen mehr und müssen wie jedes Unternehmen ums Überleben kämpfen. Die Tierpension, die wir sonst für Urlauber anbieten, entfällt komplett“, erklärt Tierheimleiterin Birgit Oberg.

Soest - Das Tierheim hat zur Zeit geschlossen, dennoch wird die Vermittlung von Tieren, in erster Linie von Hunden und Katzen weitergeführt. Das passiert allerdings nicht auf normalem Wege. 

„Wenn jemand einen Hund oder eine Katze aufnehmen möchte, dann kann er bei uns einen Termin für einen Besuch vereinbaren. Der ist dann aber individuell und kann je nach Bedarf zu allen Tageszeiten stattfinden“, so Birgit Oberg. Am Eingang können sich die Besucher die Hände desinfizieren, zudem darf immer nur ein Besucher das Gelände betreten, der auch nur von einem Mitarbeiter des Tierheims betreut wird.

+++ Lesen Sie hier unseren Corona-Ticker aus dem Kreis Soest +++

Ein ungewohntes Bild, denn unter normalen Umständen ist zu den normalen Öffnungszeiten im Tierheim gut was los, wenn bis zu 50 Besucher und alle Mitarbeiter unterwegs sind. Das Tierheim ist derzeit gut gefüllt, vor allem was Zimmer für Katzen angeht. Daher appelliert die Leiterin: „Wenn sie ein Tier bei sich zuhause aufnehmen möchten, melden Sie sich gerne bei uns, wir sind bei Terminen auch flexibel.“ Die Vermittlung leidet unter der Schließung des Tierheims, vermutet Oberg. 

Coronavirus im Kreis Soest: Aufnahme nur im Notfall

Spontane Besuche sind derzeit nicht möglich. Und auch die Arbeitseinteilung der Mitarbeiter wurde auf die Krise abgestimmt. „Die ehrenamtlichen Mitarbeiter bleiben zuhause, es weiß ja keiner so genau, ob er mit dem Virus infiziert ist oder nicht. Es soll sich keiner anstecken und so wenig Kontakt wie möglich stattfinden.“ Die zwölf fest angestellten Mitarbeiter arbeiten vormittags oder nachmittags in Zweier- oder Dreiergruppen. Aktuell nimmt das Tierheim keine Tiere von Privatpersonen auf. Absolute Ausnahme sind Notfälle, wenn ein Tier konkret verletzt sei. Da das Heim gut gefüllt sei, müsse sich das Tierheim zunächst auf die Vermittlung fokussieren, damit neue Plätze frei werden.

Um die Vermittlung anzukurbeln, veröffentlicht das Tierheim auf seiner Facebook-Seite jeden zweiten Tag ein Video mit einem Tier, das ein neues Zuhause sucht. Generell hofft Birgit Oberg, dass sich die Lage so schnell wie möglich beruhigt. Denn die Veränderungen belasten auch ihre Mitarbeiter. Wo sonst, die Ehrenamtler beispielsweise mit den Hunden Gassi gehen, müssen die Festangestellten neben der normalen Arbeit das zusätzlich übernehmen. „Wir haben weniger Mitarbeiter für mehr Arbeit“, beschreibt die Tierheimleiterin den Ernst der Lage. Und wie lange das noch so bleibt, weiß keiner.

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