Coronavirus: Märkte treffen neue Maßnahmen

+
Kundin Barbara Lenz zahlt im Soester Rewe Stolper mit der EC-Karte, während Kassiererin Annette Hoffmann hinter der Plexiglasscheibe sitzt.

Kreis Soest – Seit die Corona-Pandemie den Kreis Soest erreicht hat, herrscht in den Supermärkten Ausnahmezustand. Hysterisches Verhalten einzelner Menschen oder übermotivierte Hamsterkäufe sind keine Seltenheit.

Daher hat sich in den vergangenen zwei Wochen in den Märkten einiges verändert.

Coronavirus im Kreis Soest: Rewe Stolper, Soest

Peter Schmitz ist Geschäftsführer im Soester Rewe Stolper. Er stellte in den zurückliegenden zwei Wochen eine Verschiebung bei den Besuchszeiten fest. „Die Kunden kaufen jetzt tendenziell früher ein. Das heißt, am meisten ist in der Zeit zwischen Vormittag und 16 Uhr los. Das liegt wohl daran, dass viele Berufstätige, die sonst erst nach Feierabend kommen, jetzt zuhause sind.“ Eine ähnliche Verteilung ergibt sich im Blick auf die gesamte Woche. „Sonst kaufen die meisten Menschen zum Wochenende hin, also Freitag oder Samstag, ein. Jetzt haben wir fast an allen sechs Öffnungstagen gleich viele Kunden“, erklärt Schmitz. 

Der Rewe wird ab Montag, 6. April, wieder von 7.30 bis 20 Uhr geöffnet haben, nachdem der Markt in den vergangenen zwei Wochen bereits um 19 Uhr geschlossen hatte. Auch das Konsumverhalten habe sich in der Krise verändert. Neben den viel diskutierten Käufen von Toilettenpapier sei vor allem Mehl gefragt. Auch das ist für Schmitz logisch, denn: „Wenn die Menschen vermehrt zuhause sind, haben sie mehr Zeit und Lust zu backen. Das würde ich als eine Art Selbsterhaltungstrieb bezeichnen“, sagt der Geschäftsführer. Selbst ganze 10-Kilo-Säcke mit Mehl würden schnell gekauft und dann unter Freunden und Nachbarn aufgeteilt. 

Zudem hat der Markt weitere Maßnahmen ergriffen. So bittet man die Kunden verstärkt, bargeldlos via Handy oder EC-Karte zu bezahlen – mit Erfolg. „Das wurde in den letzten Tagen sehr gut angenommen“, freut sich Schmitz. Zusätzlich gibt es an den Kassen Plexiglasscheiben, um die Mitarbeiter zu schützen. Außerdem werden die Kunden gebeten, den gewünschten Sicherheitsabstand von anderthalb bis zwei Metern einzuhalten. Eines möchte Schmitz deutlich machen: „Auch wenn hier und da mal etwas fehlt, die Lebensmittelversorgung ist gesichert.“

Edeka Sauer, Werl

Etwas entspannter sei die Lage im Werler Edeka Sauer geworden, wie Geschäftsführer Maximilian Sauer auf Nachfrage erklärt. Allerdings werde sich das ändern, wenn sich die Corona-Krise mit der anstehenden Osterzeit vermischt. Auch hier sind Toilettenpapier, Hefe und Mehl die beliebtesten Artikel. Auch Obst ist immer stärker gefragt. „Wir möchten die Kunden bitten, vor Ostern keine Hamsterkäufe zu tätigen. Ein Paket Toilettenpapier reicht vollkommen aus“, so Sauer. Zudem ruft er zu Ruhe und Besonnenheit auf – und dazu, möglichst allein einkaufen. 

Auch in den Filialen Welver und Westönnen seien neue Maßnahmen getroffen worden. Neben dem Sicherheitsabstand sollen bald unsichtbare Laserschranken im Kassenbereich anzeigen, wie viele Menschen sich im Laden befinden. Laut Gesetzeslage darf auf zehn Quadratmeter nur ein Kunde kommen. „Wir wollen je nach Situation gucken, dass es passt“, so Sauer weiter. Ansonsten gibt es einen Spuckschutz an den Kassen und Desinfektionsmittel für die Kunden. Alle Mitarbeiter tragen eine Gesichtsmaske. Außerdem wird auch hier das bargeldlose Bezahlen besser angenommen. 

Bei den Öffnungszeiten ist wieder alles beim Alten. Am Samstag vor zwei Wochen hatten die Märkte um 18 Uhr geschlossen. Jetzt hat der Edeka in Westönnen montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und samstags von 8 bis 18 Uhr geöffnet. In Werl und Welver öffnen die Läden montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr.

Kaufland, Werl

Im Werler Kaufland gibt es weitere Maßnahme. Vorige Woche konnten Kunden nur noch über den Haupteingang ins Gebäude kommen. Mehrere Schilder im und ums Gebäude weisen auf die Neuerungen hin. Es wird darum gebeten, möglichst einzeln einzukaufen. Überall im Gebäude sind auf dem Fußboden Markierungen, die darauf hinweisen, den Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht zu unterschreiten. An den Kassen befindet sich Schutzscheiben. Zudem gibt es einen Ordner, der den Kunden Hinweise, wo sie sich anzustellen haben.

Rewe-Kaufpark, Ense

In den vergangenen Tagen habe sich die Lage in den Märkten etwas normalisiert. „Das gibt uns die Gelegenheit, den Warenbestand in den Lagern und Märkten wieder aufzufüllen. Zugleich bereiten wir uns jetzt auf das Ostergeschäft vor. Unsere Märkte haben nach wie vor regulär geöffnet“, erklärt Kristina Schütz, Sprecherin der Rewe Group. Wo der Kundenzulauf es notwendig mache, werde der Zugang zu den Märkten beschränkt. Dies könne sowohl durch Einlasskontrollen als auch durch die Beschränkung der Anzahl der Einkaufswagen oder -körbe geschehen. „Über die jeweilige Regelung informieren wir unsere Kunden über Aushänge oder Plakate“, so Schütz. 

Alle Märkte verfügen zudem über ein Hygienekonzept und werden mehrmals täglich gereinigt. Auch die Einkaufswagen würden regelmäßig gesäubert. Schutzscheiben als Präventivmaßnahme für die Mitarbeiter und Aufkleber auf dem Boden weisen zusätzlich auf den einzuhaltenden Mindestabstand hin.

Combi-Markt, Warstein

Um weniger Kunden zur gleichen Zeit in den Laden zu holen, hat das Team um Oliver Korsch im Warsteiner Combi-Markt die Zahl der Einkaufswagen von 100 auf 50 Stück halbiert, zudem gibt es einen Desinfektionsspender, um die Griffe zu reinigen. „Recht ruhig“ geht es laut Korsch aber nicht erst seit dieser Maßnahme im Markt zu. „Die Kunden halten sich in der Regel an den Mindestabstand und kaufen bewusst ein“, berichtet der Marktleiter. Die Hinweise, mit denen der Laden „fast zuplakatiert“ ist, zeigen Wirkung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare