Kommt die Pflicht zur FFP2-Maske?

Corona im Kreis Soest: Apotheker geben einfache Tipps, wie man FFP2-Masken mehrmals verwenden kann

Eine FFP2-Maske.
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Eine FFP2-Maske.

Es gibt genug FFP2-Masken in den Apotheken und man muss trotz des relativ hohen Preises auch kein Vermögen ausgeben, wenn man im Alltag auf die besonders sicheren Masken setzen will. Man kann sie – obwohl eigentlich ein Einwegprodukt – bedenkenlos mehrmals verwenden:

Soest - Das sagt Dr. Horst Heidel, Sprecher der Soester Apotheker im Westkreis und seit Dezember auch pharmazeutischer Leiter des Impfzentrums. Knapp unter drei Euro kosten die Masken aktuell. Da FFP2-Masken wesentlich mehr Viren abhalten als ihre Verwandten aus Baumwolle oder anderen Stoffen, wird bereits darüber diskutiert, dass überall dort, wo eine Maskenpflicht gilt, nur noch FFP2-Masken getragen werden dürfen.

Heidel hält das für sinnvoll, an der höheren Wirksamkeit der Masken gebe es keinen Zweifel. In seiner Apotheke tragen alle Mitarbeiter FFP2. Das schütze nicht nur vor Ansteckung, sondern habe noch einen weiteren Effekt, erklärt Heidel. Sollte tatsächlich ein Mitarbeiter infiziert sein, müssten nicht alle anderen automatisch in Quarantäne, da nach den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes in diesem Falle kein qualifizierter Kontakt vorliege, der zwingend eine Quarantäne nach sich zieht.

Coronavirus im Kreis Soest: FFP2-Masken im Unternehmen

Das mache FFP2-Masken generell für alle Unternehmen interessant, in denen zur Kontaktvermeidung nicht so einfach ins Homeoffice gewechselt werden kann. Schließlich müsse man nicht gleich den ganzen Laden zusperren, wenn ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wird.

Auch wenn Heidel an jeder verkauften Maske verdient, rät er, die knapp 3 Euro teuren Stücke durchaus mehrfach zu verwenden. „Nach dem Tragen einfach kühl und trocken aufhängen und mindestens vier Tage hängen lassen“, sagt Heidel. Dann sei auch das letzte möglicherweise vorhandene Virus abgestorben und man kann die Maske wieder tragen. Irgendwann ist das Gewebe durch die mechanische Beanspruchung zwar abgenutzt, aber bis dahin könne man die Masken bedenkenlos wieder verwenden. „Mit einer Handvoll Masken kommt man so gut durch den ganzen Monat, schätzt Heidel.

Coronavirus im Kreis Soest: Keine Nachschubprobleme bei FFP2-Masken

Aktuell seien die Preise stabil, Nachschubprobleme gebe es noch nicht und die Lager seien auch voll. In diesen Tagen werden die Masken schließlich auch ohne die Diskussion zur FFP2-Pflicht stark nachgefragt. Momentan bekommen in Etappen alle Bürger, die älter als 60 sind, von ihrer Krankenkasse Gutscheine für FFP2-Masken.

Genügend Vorräte sind da, sagt auch Gaby Leopold, Apothekerin der Schwanen-Apotheke. Sie erklärt Grundsätzliches: „Mit einer FFP2-Maske schütze ich andere und mich selber.“ Das sei der entscheidende Unterschied zu den Stoffmasken, mit denen man zwar etwas die anderen, aber so gut wie gar nicht sich selber schützt.

Coronavirus im Kreis Soest: FFP2-Masken mehrfach verwenden

Insofern habe sie die FFP2-Masken „immer schon empfohlen“. Auch sie sagt, dass man die Masken mehrfach verwenden kann. Ihr Tipp: „Wenn ich die Maske morgens zum Einkaufen eine halbe Stunde aufsetze, kann ich sie auch danach noch verwenden, wenn ich unter Leute gehe.“

Wichtig: Bevor man die Maske zuhause absetzt, unbedingt die Hände gründlich waschen, die Maske dann trocken aufhängen und auf keinen Fall in die Waschmaschine oder in die Mikrowelle stecken. Wer sich besser dabei fühlt, könne sie allenfalls bei höchstens 80 Grad eine Stunde in den Backofen legen.

Coronavirus im Kreis Soest: eine FFP2-Maske für jeden Wochentag

Ansonsten hilft – damit man mit den Masken nicht durcheinander kommt – die aus Kinder-Unterhosen bekannte Beschriftung mit Wochentagen. Dann bleibt die Montagsmaske bis zum nächsten Montag auf einem Bügel hängen. Etwa fünf Mal lässt sich jede Maske wiederverwenden.

Und noch eine klare Ansage macht Gaby Leopold: „Finger weg vom Gesicht.“ Etwa 800 mal , so haben Wissenschaftler herausgefunden, fassen wir uns täglich ins Gesicht, meist unbewusst oder es juckt mal hier und da. Jeder Kontakt von Händen und Gesicht birgt aber ein Übertragungsrisiko. Wer unterwegs ist und die Hände gerade nicht gründlich waschen kann, sollte sie also fernhalten vom Gesicht.

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