Corona

Testpflicht: Unternehmer in Soest wollen die neue Regelung umsetzen

"Testpflicht" in Betrieben
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Im Gesundheitssektor eine Selbstverständlichkeit: die Testpflicht.

Die Bundesregierung will Arbeitgeber nun dazu verpflichten, ihren Angestellten freiwillige Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Das sagen Soester Firmen dazu.

Soest - Mögen manche Unternehmer Medienberichten zufolge sich aufgrund der damit auf sie zukommenden Zusatzkosten beschweren, Stichproben in Soest ergeben ein klares Bekenntnis zu der Regelung.

Denn dieser Verantwortung stellten sich manche Arbeitgeber auch bislang schon, ohne dass dies vorgeschrieben war. Bei Kuchenmeister etwa, einem der größten Arbeitgeber der Region, gehören die Schnelltests längst zum Tagesgeschäft. „Wir machen mit den Mitarbeitern in der Verwaltung zweimal in der Woche Schnelltests, um so eine größtmögliche Sicherheit bieten zu können“, so Oliver Lahode, Leitung Marketing und Vertrieb. „Auch für die Produktion haben wir jetzt eine mobile Schnellteststation am Coesterweg eingerichtet.

Testpflicht in Unternehmen: Jeden Dienstag eine Möglichkeit

Jeden Dienstag können sich hier die Mitarbeiter bis in die späten Abendstunden testen lassen. So stellen wir sicher, dass auch allen Schichten die Möglichkeit zu Schnelltests zur Verfügung gestellt wird. Auch außer der Reihe können Mitarbeiter bei Verdachtsfällen zusätzlich getestet werden.“

Bauunternehmer Johannes Lehde hatte eigentlich ganz andere Pläne: „Wir wollten unsere Mitarbeiter nach Feierabend in die Testzentren schicken und ihnen gegen Nachweis des Tests für jedes Mal eine Viertelstunde gutschreiben, sodass sie im Monat auf eine Überstunde kommen, die sie ausgezahlt bekommen hätten – als Anreiz, sich testen zu lassen.“

Testpflicht in Unternehmen: Finanzielle Zusatzbelastung

Nun stelle man ihnen wie gewünscht die bereits eingekauften Selbsttests zur Verfügung, über die Art der Verteilung werde man dieser Tage noch entscheiden. Ihm gehe die neue Regelung noch nicht weit genug: „Ich hätte mir gewünscht, wenn die Tests nicht nur freiwillig wären, sondern verpflichtend. Was nutzt es mir, wenn ich in einer Kolonne drei Arbeiter habe, die die Tests machen, und zwei, die sie nicht machen wollen.“

Auch die finanzielle Zusatzbelastung nimmt er in Kauf: „Es ist ja nicht die Erste. Es geht zum Beispiel zulasten der Produktivität, Kolonnen voneinander zu trennen, sodass sie sich nicht gegenseitig unterstützen können. Auch die Dokumentation dieser Tests bedeutet zusätzlichen Arbeitsaufwand. Und dann sind da die Investitionen in Home-Office-Strukturen.“

Doch es liege ihm fern, sich darüber zu beschweren: „Das wäre Klagen auf ganz hohem Niveau, denn unserer Branche geht es deutlich besser als vielen anderen, die sogar um ihre Existenz bangen müssen.“

Testpflicht in Unternehmen: Tests sind immer vorrätig

Eine Selbstverständlichkeit ist die Angelegenheit im Gesundheitssektor. „Wir haben immer Schnelltests vorrätig“, meint die Zahnärztin Dr. Elke Hubiak, dies sei auch die Regel in der Branche, „und ich habe gerade erst wieder 500 RKI-zertifizierte Schnelltests bestellt.“

Zwar füllen die Patienten vor jeder Anwendung einen Fragebogen aus, aber die Symptome treten bekanntlich erst deutlich nach der Infizierung auf. Meldet der Patient dann Symptome, können die Mitarbeiter sich sofort testen lassen. Das Gros ihrer Mitarbeiter sei bereits geimpft.

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