Zur Wiedereröffnung kein Ansturm

Coronavirus in Soest: Händler freuen sich, wieder verkaufen zu dürfen

Auch Dietmar Pfannenstiehl, Inhaber der "Wohnkultur", freute sich, nach vier Wochen sein Geschäft wieder aufschließen zu dürfen.
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Auch Dietmar Pfannenstiehl, Inhaber der "Wohnkultur", freute sich, nach vier Wochen sein Geschäft wieder aufschließen zu dürfen.

Soest – Nach viereinhalb Wochen Schließung durften viele Läden am Montag ihre Pforten wieder öffnen. Die Fußgängerzone füllte sich am Morgen allerdings verhalten – ein großer Ansturm auf die Geschäfte blieb aus. Doch die Freude bei Kunden wie Händlern war nach wochenlangem Stillstand darüber groß, dass nun eine vorsichtige Normalität zurückkehrt.

Ob Mode, Schuhe, Accessoires oder Bücher: Die Händler haben die Zeit genutzt und ihre Geschäfte so ausgestattet, dass sie gegen Corona auf Nummer sicher gehen: Der überwiegende Teil der Verkäufer trägt Mundschutz, ein Spuckschutz ist überall an den Kassen angebracht, Markierungen auf dem Fußboden dienen dem Einhalten von zwei Metern Abstand und Plakate mahnen, die Hygieneregeln einzuhalten.

Ganz aktuell hat Hartmut Nicolaus in seinem Geschäft „Schatz im Glück“ auf die Coronakrise reagiert: Er verkauft zwischen Damenkleidung, Handtaschen und Schmuck Nase-Mundschutz-Masken aus Stoff für Erwachsene und in buntem Design für Kinder.

„Die hatte ich am Wochenende im Schaufenster dekoriert. Es ist für uns alle eine große Erleichterung, dass wir wieder öffnen dürfen. Wir verkaufen noch Frühjahrsware und es wird in den kommenden Tagen weitere geliefert.“ Schließlich sei der Frühling noch lange nicht vorbei. 

Coronavirus in Soest: Hoffen auf die Hochzeit

Bei Ulrike Guthof-Moden probiert eine Kundin ein festliches Kleid an und begutachtet sich im Spiegel. „Im Juni heiratet mein Sohn, deshalb bin ich auf der Suche nach einem passenden Kleid.“ Die Familie hofft, dass die Hochzeit mit rund 80 Gästen trotz Corona-Krise gefeiert werden kann.

Coronavirus: Geschäfte öffnen wieder in Soest

Coronavirus: Geschäfte öffnen wieder in Soest

Verkäuferin Dagmar Hecking sieht die Wiedereröffnung mit gemischten Gefühlen. „Es ist gut, dass wir wieder verkaufen, doch persönlich mache ich mir schon Sorgen um meine Gesundheit.“ 

Coronavirus in Soest: Es war höchste Zeit für Sandalen

„Etwa 80 Prozent unserer Schuhmode kann sich der Kunde über Internet anschauen, das wurde vom 18. März an auch fleißig getan“, sagt Marc Schreiber, Inhaber des Schuhauses Schreiber. Viele Kunden hätten ihre Schuhe online bei ihm bestellt. „Den größten Teil der verkauften Schuhe waren allerdings Kinderschuhe. Gerade im Frühjahr brauchen viele Kinder luftige Schuhe für die wärmeren Monate. Da hat der Winterstiefel Pause.“

Weil die Verkäuferinnen ihren Kunden doch ziemlich nah kommen müssen – vor allem Kindern und älteren Leuten – gehen sie ein gewisses Risiko ein, sich anzustecken – trotz des Mundschutzes. Der kleine Maximilian (2) probierte neue Sandalen an, er und die Eltern wurden dabei fachmännisch beraten. „Es wurde höchste Zeit für neue Schuhe. Mein Sohn brauchte dringend die Sandalen“, erklärt die Mutter. 

Coronavirus in Soest: Desinfektionsmittel für alle am Eingang

Das Modehaus Cruse hat Ein- und Ausgang getrennt und am Eingang einen Tisch mit Desinfektionsmittel aufgestellt. Jede zweite Umkleide ist gesperrt. In fröhlichen Farben strahlt die Frühlingsware – ebenso wie das gut gelaunte Cruse-Team. „Die Freude ist bei uns allen groß. In den ersten Stunden war schon einiges los und man merkt den Kundinnen an, wie sehr sie darauf gewartet haben, wieder einkaufen zu können“, sagt Filialleiterin Silvia Nordhofer.

Weil die Rittersche Buchhandlung klein und gemütlich ist, dürfen nicht mehr als fünf Kunden gleichzeitig im Laden sein. Die Regel gilt: Eine Person auf zehn Quadratmetern. „Darauf werden wir natürlich achten“, sagt Chefin Gundula Rohe.

Coronavirus in Soest: In schweren Zeiten treu geblieben

Auch sie trägt einen Mundschutz und freut sich, wieder persönlich für die lesenden Kunden da zu sein. „Wir waren die ganze Zeit am Telefon für unsere Kunden da, am Anfang habe ich die Bücher nachmittags mit dem Rad ausgeliefert“, freut sich Rohe, dass ihre Kunden der Ritterschen auch in schweren Zeiten die Treue gehalten haben. 

„Bei uns war heute Morgen nicht allzu viel los“, sagt Dietmar Pfannenstiel, Inhaber der „Wohnkultur“. Er hat sein Geschäft so umgeräumt, dass Begegnungsverkehr vermieden wird. In den nächsten Tagen werden dann noch Richtungspfeile auf den Boden gemalt. „Ich vermute, dass wir davon profitieren werden, dass viele Leute in diesem Jahr nicht in Urlaub fahren werden und sich dafür mit Möbeln neu einrichten.“

Coronavirus in Soest: Weniger Leite in der Innenstadt

„Ich rechne erst mal nicht mit großem Andrang“, sagt Birgit Czymoch, Inhaberin der Wohn Werkstatt am nördlichen Petrikirchhof. Für sie ist es ein Miteinander von Handel, Markt und Gastronomie. Weil letztere fehle, zöge es auch weniger Leute in die Innenstadt.

Birgit Czymoch hat in den vergangenen Wochen viele Gutscheine verkauft und verschickt. „Jetzt können die Kunden die Gutscheine bei mir einlösen“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Weil ihr Geschäft klein ist, achtet sie darauf, dass nicht mehr als zwei Kunden im Laden sind.

Und so lief der erste Tag mit vielen geöffneten Geschäften in Werl.

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