Corona-Demo in Soest

„Abstand statt Aufstand“: Gruppe bremst Autokorso aus - Polizei schreitet ein

Eine fünfköpfige Gruppe wollte den Start der Corona-Demo verhindern. Die Polizei musste den Weg für den Autokorso freiräumen.
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Eine fünfköpfige Gruppe wollte den Start der Corona-Demo verhindern. Die Polizei musste den Weg für den Autokorso freiräumen.

Eine fünfköpfige Gruppe verhinderte am Samstag kurzzeitig den Start der geplanten Corona-Demo in Soest. Die Polizei schritt sofort ein. Der Autokorso konnte schließlich losfahren.

Soest - Bis 13.30 Uhr war es das aus den vergangenen Wochen gewohnte Bild: Auf dem Georg-Plange-Platz reihten sich zahlreiche Autos auf, deren Fahrer gegen die Einschränkung ihrer Freiheit durch die Corona-Regeln demonstrieren wollten.

Stadt:Soest
Bürgermeister:Dr. Eckhard Ruthemeyer
Bevölkerung:47.514 Einwohner (Stand 2019)

Es war bereits das fünfte Mal, dass die Maskenpflicht- und Impf-Gegner sich versammelten. Doch eine Sache war an diesem Nachmittag anders: Sie stießen nicht nur auf Kritik, sondern auch auf Widerstand.

Corona-Demo in Soest: XR versperrt Ausfahrt

Als der Autokorso sich in Begleitung der Polizei in Bewegung setzen wollte, versperrten fünf Mitglieder der Ortsgruppe von „Extinction Rebellion“ (XR) die östliche Ausfahrt des Plange-Platzes.

Mit Schildern und Plakaten bildete die Gruppe eine Kette, die den Start der Corona-Demo vorübergehend unmöglich machte. Die Polizei reagierte allerdings schnell, der Einsatzleiter stellte sich vor die XR-Aktivisten und klärte sie darüber auf, dass sie hier eine Straftat begehen würden, wenn sie den Weg nicht freimachten.

Corona-Demo in Soest: Aktion dauert keine Minute

Mit Sprüchen wie „Wissenschaft schafft Wissen“, „Abstand statt Aufstand“ und „Mitdenken statt Querdenken“ wehrten sich die fünf Demo-Gegner aber und blieben stehen.

Erst als die Polizei nach etwa 30 Sekunden damit drohte, die Personalien der Aktivisten erfassen zu wollen, machte eine der fünf Teilnehmer den Weg frei - die anderen zogen nur kurze Zeit später nach. Sie postierten sich am Rand der Ausfahrt, abgeschirmt von der Polizei, und riefen den Corona-Leugnern ihre Parolen zu.

So konnte der hupende Autokorso mit 78 Wagen und ein wenig Verspätung starten. Die Route führte erneut am Impfzentrum vorbei.

Später nahmen die Beamten dann doch noch die Personalien der XR-Mitglieder auf. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärte der Einsatzleiter vor Ort gegenüber soester-anzeiger.de. Doch wodurch hat die Gruppe sich überhaupt strafbar gemacht? Eine Versammlung müsse 48 Stunden im Voraus angemeldet werden - das sei hier nicht der Fall gewesen. Daher folgte abschließend noch die Bitte: „Meldet so etwas zukünftig an!“

„Uns war diese Aktion nicht bekannt“, sagte der Einsatzleiter. Sie werde jetzt vorerst als Spontan-Demo gewertet, was wiederum erlaubt sei. Was die Polizei offenbar nicht mitbekommen hatte: XR hatte die Blockade schon vor drei Tagen auf Instagram angekündigt. Ob die Aktivisten nun Anzeigen befürchten müssen, ist noch nicht klar.

Auf dem Plange-Platz trugen einige der Demonstranten keine Maske, dem Ordnungsamt zufolge waren sie durch ein Attest von der Maskenpflicht befreit. Manche Teilnehmer hätten sich geweigert, ein Attest oder einen Ausweis vorzuzeigen, so ein Ordnungsamtsmitarbeiter, der immer wieder fleißig kontrollierte: „Höflich ist anders.“

Versammlungsleiter war wieder Timo Preuß aus Bad Sassendorf, angeführt wurde die Fahrzeug-Schlange aber vom Lehrer Martin Pilters aus Soest. Beide wussten im Vorfeld nichts von der Gegen-Demo.

Weitere Nachrichten zum Coronavirus im Kreis Soest gibt es in unserem aktuellen Ticker.

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