Wer überwacht schärfere Corona-Auflagen?

In Soest wird gerade die Stadtwache verdoppelt

Stadtwache Soest
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Die Soester Stadtwache auf Streife: Jetzt gibt‘s wegen Corona Verstärkung.

Regeln und Vertrauen sind gut, Kontrolle aber besser. Die alte Weisheit gilt in Corona-Zeiten umso mehr. Das Soester Ordnungsamt hat seine Stadtwache gerade von drei auf sechs Leute verstärkt, um auf Straßen und in Lokalen präsent zu sein und mögliche Verstöße gegen die Schutzbestimmungen am besten im Keim zu ersticken.

Soest – Besondere Zeiten erfordern besondere Rahmenbedingungen.“ Auf diesen Nenner bringt Detlef Märte, der Abteilungsleiter für Ordnungsangelegenheiten im Soester Rathaus, die aktuelle Lage. Die Rahmenbedingungen seien weitgehend unverändert, aber es kommen „immer neue Nuancen hinzu, die es manchmal in sich haben“. Zum Glück, sagt Märte, müsse er sich nicht allein doch die vielen Stapel Papier quälen, die fast täglich dazu erscheinen. Andere im Ordnungsamt lesen mit, man tausche sich aus und bewältige so die bisweilen an den Nerven zerrende Arbeit.

Weil Corona nun mal die Aufsichtsbehörde in hohem Maß fordert, treffe es sich gut, dass ein paar andere Aufgaben hintangestellt werden können. Normalerweise hätte das Team jetzt mit den letzten Vorbereitungen, Sperren und Regieanweisungen für die Kirmes zu tun und würde sich abschließende Gedanken über Weihnachtsmarkt und Silvesterlauf machen.

Die Stadtwächter indes haben eine Doppel-Aufgabe: Sie laufen und fahren Patrouille durch die Stadt, sind vor allem in der Fußgängerzone und auf dem Wochenmarkt unterwegs, dort also, wo sich viele Menschen nah kommen. Aber auch in den Außenbereichen, ja sogar auf den Dörfern. Und sie schauen nach, wenn das Ordnungsamt Hinweise von besorgten Soestern bekommt, es könnte hier und da in Sachen Pandemie nicht mit rechten Dingen zugehen.

Etwa 30 melden sich Woche für Woche am Telefon und berichten von Auffälligkeiten oder Verstößen gegen Corona-Vorschriften. „Die meisten Anrufe“, sagt Märte, erledigen sich schnell. Seine Mitarbeiter klären noch im Telefonat, was geht und was nicht, was erlaubt und was verboten ist. Bleibt unterm Strich eine gute Handvoll Hinweise, denen die Außendienstler tatsächlich an Ort und Stelle auf den Grund gehen.

So hat die Runde der Kanzlerin mit den Länderchefs am Mittwochabend „Empfehlungen“ für private Feiern mit Höchstteilnehmerzahlen besprochen. Doch die haben, sagt auch Märte, „eher appellativen Charakter“. Private Wohnungen seien für seine Kontrolleure tabu. Sie könnten zwar, wenn sie von ausschweifenden Partys hören, dort anklingeln und mahnen. Doch wer sich nicht drauf einlasse, dem sei kaum zu „helfen“.

Sechs Stadtwächter – das klingt beim ersten Hinhören nach viel. Doch ihr Pensum ist groß: Sie sind – zeitweise sogar in Doppelteams – von morgens sechs bis abends 22 Uhr auf der Straße. Am Wochenende noch länger, wenn in Lokalen bis in die Nacht hinein Betrieb herrscht.

Stichwort Kneipen. „Der überwiegende Teil der Gäste verhält sich corona-konform“, lautet die Einschätzung der Kontrolleure. Zumal die Wirte selber mitzögen und wüssten, dass ihre Existenz daran hängt. Bei den wenigen Uneinsichtigen schlagen die Stadtwächter nach Auskunft Märtes einen „sehr deutlichen“ Ton an. Sollte selbst der nicht fruchten, „wird nicht lange gefackelt, sondern ein Bußgeld verhängt“.

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