In Soester Schulen kommen Tablets auf den Tisch

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An der Bodelschwinghschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung gehören Tablets zum Unterricht.

Soest - Digitale Medien bestimmen immer stärker den Alltag. Darum gewinnt die digitale Bildung an Bedeutung. Viele Schulen nutzen bereits Tabletcomputer im Unterricht. Auch in Soest haben sich schon einige Schulen für dieses neue Lernmittel entschieden.

„Ganz selbstverständlich“, ist der Einsatz von Tablets im Unterricht für Andreas Heihoff, Schulleiter des Conrad-von-Soest-Gymnasiums. Die Schule hat 30 Tablets angeschafft, die mit den Smartboards, den interaktiven Tafeln in den Klassenräumen, vernetzt sind. Das ermöglicht Schülern und Lehrern, Ergebnisse vom Tablet an das Smartboard zu schicken und der ganzen Klasse zu präsentieren.Außerdem können die Geräte für grafische Darstellungen, als digitales Lehrbuch, zum Filmen und Fotografieren genutzt werden. 

Mit einem „Tablet-Koffer“ hat sich das Aldegrever-Gymnasium Anfang des Jahres ausgerüstet. Der Koffer mit 16 Tablets kann von allen Lehrern genutzt werden, weil in der ganzen Schule ist W-LAN eingerichtet ist. Die Tablets werden damit zum „natürlichen Teil unseres Lernarrangements“, erläutert Schulleiter Martin Fischer. Ein Arbeitskreis aus Schülern und Lehrern befasst sich seit Schuljahresbeginn mit dem Thema.

Auch an der Bodelschwingh-Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung gehören Tablets jetzt zum Unterricht. Für Schüler, die eingeschränkt oder gar nicht sprechen können, gibt’s eigene Programme. Die Tablets helfen den Schülern als Teile der „Unterstützenden Kommunikation“, sich mit anderen zu verständigen. 

An der Hannah-Arendt-Gesamtschule durften Oberstufenschüler im vergangenen Jahr sechs Wochen lang Tablets im Matheunterricht ausprobieren. Der dauerhafte Einsatz der Geräte sei noch „in der Planungsphase“, sagt Tanja Betten von der Gesamtschule. 

„Tablets im Unterricht kann ich mir gut vorstellen. Das funktioniert aber nicht von heute auf morgen“, meint auch Archi-Schulleiter Winfried Papenheim. Zum einen fehlt es oft an den finanziellen Mitteln. Das Convos und das Alde trugen die Kosten für die Geräte selbst. Am Alde bezahlte außerdem die Schülerfirma „aldesign“ drei der 16 Tablets. 

Bei der Stadt diskutiert eine Arbeitsgruppe Medieneinsatz, ob die Stadt als Träger der Schulen in Zukunft Tablets finanzieren könnte. „Bei 17 Schulen in der Stadt ist eine Abstimmung notwendig“, sagt Thomas Nübel, Leiter der Abteilung Bildung und Sport der Stadt. 

Die Finanzierung bleibt nicht das einzige Problem. Die Lehrer müssen im Umgang mit den Tablets geschult werden, um die Geräte sinnvoll in den Unterricht einzubinden. Doch nicht alle Lehrer sind von der neuen Technik überzeugt. Viele vertrauen eher dem bewährten Frontalunterricht an der Tafel und fürchten, dass die Schüler durch die Geräte vom Unterricht abgelenkt werden. Bis Tablets ihren festen Platz im Unterricht haben, ist es noch ein langer Weg. - bu

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