Rassismus und Mobbing

Comedian spricht an Soester Sekundarschule über ein ernstes Thema

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Comedian Johann König machte klar, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen Mobbing und Ärgern.

Soest – Es passte grade: Comedian Johann König ist aus Köln mit dem Zug auf dem Weg nach Paderborn. Dort spielt er am Abend sein Programm „Jubel, Trubel, Heiserkeit“, doch zuvor muss er sich einem ernsten Thema stellen. 

König legt einen Zwischenstopp in Soest ein und beantwortet die Fragen der Schülervertretung der Sekundarschule: Im Mittelpunkt stehen Rassismus und Cybermobbing.

Die Sekundarschule ist seit drei Jahren Mitglied im Programm „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ – Johann König ist Pate.

„Es ist schön, eine Persönlichkeit aus Soest als Paten zu haben“, sagt Schulleiter Jörg Fitzian, der sich für seine Schüler freut: „Es ist einfach etwas Besonderes, jemanden hier zu haben, den man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.“ 

Die Schülervertretung hat sich auf das Treffen vorbereitet, stellt dem Comedian Fragen: „Was halten Sie von Mobbing?“ „Ich habe überlegt, ob ich Mobbing selber kenne“, antwortet Johann König und überlegt kurz, dann erzählt er eine Geschichte aus seiner Kindheit: „Jeder kennt das Gefühl, ausgegrenzt zu sein. Als Kind war ich der Kleinste und hatte die schlimmste Stimme, dafür wurde ich gehänselt.“ 

Johann König macht den Schülern aber auch Mut, sagt, sie sollen ihre Fähigkeiten in den Mittelpunkt rücken. „Jeder kann zum Opfer, aber auch zum Täter werden“, sagt König. Zwar ist er Medienprofi, die Fragen der Schüler kann er aber nicht beantworten, ohne die eine oder andere private Anekdote preiszugeben. „Es ist ein schmaler Grat zwischen Mobbing und Ärgern. Mit meinem Bruder habe ich mich dauernd gezankt“, erklärt König. Der Bruder arbeitet mittlerweile als Schulsozialarbeiter an der Sekundarschule – das Band zwischen Pate und Schule ist so noch enger geknüpft.

Im März will die Schule eine dritte Projektwoche starten, dass Thema wollen die verantwortlichen Lehrer nicht verraten, auch wenn der Pate nachgefragt hat. Zuletzt ist Johann König wieder in seinem Element, will den Schülern einen Witz erzählen. Der zündet zwar nicht so richtig, immerhin ein paar Lacher gibt es. Trotzdem sind seine Autogrammkarten anschließend gefragt. Bleibt nur zu hoffen, dass das Publikum in Paderborn am Ende genauso angetan vom witzigen König war, wie die Schüler vom ernsten.

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