Neuer Sinn für Kirche

Warum sich ein Lehrer und ein Ingenieur zu Diakonen ausbilden lassen

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Zu Beginn der Weiheliturgie versprachen die Kandidaten dem Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Hier legt Christian Majer-Leonhard seine Hände in die Hände von Erzbischof Hans-Josef Becker. Im Hintergrund: Björn Kölber, Dr. Krzysztof Mainka, Klaus Rosenkranz, Reinhard Sandbothe (v.r.).

Soest – Der Lehrer Christian Majer-Leonhard gehört mit Dr. Krzysztof Mainka, ebenfalls aus Soest, zu den acht Männern, denen Erzbischof Hans-Josef Becker jetzt durch Handauflegung und Gebet in Paderborn die Diakonenweihe spendete.

Der Einführungsgottesdienst für Christian Majer-Leonhard, mit einem anschließenden Empfang für die Gemeinde, beginnt am Sonntag, 31. März, 11 Uhr, im Patrokli-Dom. Krzysztof Mainka hat diesen Gottesdienst bereits in der Brunokirche gefeiert. Beide freuen sich auf den Dienst im Pastoralen Raum – „auf Gespräche, Anregungen, Diskussionen, Lebensgeschichten“, so Krzysztof Mainka.

Christian Majer-Leonhard spricht von einer dienenden Kirche in karitativer Funktion. Mit dem Projekt „Da Sein“, gibt der gebürtige Hamburger den Worten Inhalt: Im Patroklushaus stehen die Türen einmal im Monat morgens für alle weit offen, die auf der Straße leben oder fürchten, ihre Wohnung zu verlieren. Ehrenamtliche kümmern sich um die Gäste und bieten Hilfe an, die weit über das gute Frühstück mit Kaffee und Brötchen hinausgeht. 

Diener und Helfer

Der 43-jährige versteht einen Diakon als Diener und Helfer. Warum er sich zusätzlich zu seinem Beruf zu dieser Ausbildung entschlossen hat? Christian Majer-Leonhard weist einmal auf sein „Christsein in der langen Freundschaft mit Gott“ hin. Dann fügt er aber auch hinzu: „Die verschiedenen Stationen meines Lebens sind verbunden durch den roten Faden, dass ich ein Interesse an Menschen habe und erfahren durfte, dass Menschen in mir Begleitung gesucht haben und hoffentlich auch finden konnten.“ 

Krzysztof Mainka, der aus Oppeln kommt, ist Techniker, hat unter anderem Informatik studiert, später in Leistungselektronik promoviert. 

Er arbeitete als Hochschullehrer und wechselte dann in die Industrie. Er berichtet: „In der sehr durch Volksfrömmigkeit und Tradition geprägten Kirche in Polen hat mir in meinem Glaubensleben immer etwas gefehlt.“ 

Neuer Sinn für Kirche

Der 40-Jährige sagt auch: „Als Jugendlicher erschien mir der Glauben oft trocken und abstrakt. Ich habe mich immer als Suchender bezeichnet.“ Als Schlüsselerlebnis bezeichnet der Familienvater ein Glaubensseminar: „Anbetung und Dank, Lobpreis und Liebe zu Gott habe ich dann auf eine Weise entdeckt, wie ich es bisher nicht gekannt habe. Es erwachte einfach ein neuer Sinn für Kirche.“

Zur Person

Christian Majer-Leonhard wurde 1976 geboren, ist seit 2009 verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Lehrer am St.-Ursula-Gymnasium Arnsberg. An der vom Erzbistum Paderborn getragenen Schule unterrichtet er die Fächer Deutsch und Religion, zudem ist er dort Beauftragter für die Schulpastoral. 

In St. Patrokli engagiert sich Majer-Leonhardt als Kommunionhelfer, Lektor, im Pfarrgemeinderat und im Bereich der Sakramentenpastoral, zudem im Besuchsdienst im Marienkrankenhaus.

Dr. Krzysztof Mainka aus der Pfarrei St. Bruno in Soest Er wurde 1978 geboren, ist seit 2004 verheiratet und hat einen sechsjährigen Sohn. Er promovierte in Elektrotechnik und ist tätig als Applikationsingenieur. Dr. Mainka engagiert sich im Pfarrgemeinderat seiner Kirchengemeinde, im Bereich der Sakramentenpastoral, als Lektor und Kommunionhelfer.

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