"Carmina burana" in der Soester Stadthalle

Warum Lutz Rademacher so gern mit Laienchören arbeitet

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Lutz Rademacher, Generalmusikdirektor am Landestheater Detmold, studiert mit 00 Sängern die „Carmina burana“ von Carl Orff ein.

Soest - Lutz Rademacher, Generalmusikdirektor am Landestheater Detmold, dirigiert am Freitag, 17. Mai, um 19.30 Uhr die Aufführungen der „Carmina burana“ von Carl Orff im Rahmen der „Gala der Volksbanken“ in der Stadthalle Soest. Der Meisterchor Pro Musica Soest ist dabei einer von vier Chören mit insgesamt 200 Sängern. Im Gespräch mit Holger Krah berichtete Rademacher über die Besonderheit, solch' ein Werk mit Laien aufzuführen.

Wie ist Ihr Eindruck von den vier Chören, die die „Carmina“ singen? 

Es macht wahnsinnig Spaß, wenn alle so begeistert dabei sind. Das ist ein toller Moment, wenn jetzt nach langer Vorbereitung in den einzelnen Chören erstmals alles zusammengeführt wird. 

Was ist der Unterschied, so ein Werk wie die „Carmina burana“ mit Laien aufzuführen, die zudem von anderen Dirigenten vorbereitet wurden, statt mit Profis? 

Laien sind in der Regel leichter zu begeistern, weil sie das in ihrer Freizeit machen; das ist für sie nicht Arbeit, sondern Vergnügen. Das ist bei Profis idealerweise auch so, dass es Arbeit und Vergnügen ist. Bei Profis ist es natürlich so – sonst wären es ja keine Profis –, dass man schneller vorankommt und dass schneller umgesetzt wird, was ich vorgebe. Wenn Laien beispielsweise ein anderes Tempo eingeübt haben, als ich es anschlage, ist das zunächst eine Umstellung für sie, aber wir sind hier relativ schnell vorangekommen. 

Für die Aufführung kommen 200 Sänger zusammen. Die braucht man auch für die „Carmina“, oder?

Ja, vor allem wenn es Laien sind. Bei einem Profichor, etwa einem Rundfunkchor, würden es 60 tun. Aber wir brauchen hier die 200 Sänger, das Orchester ist sehr laut. Orff hat es so instrumentiert, dass es ordentlich zur Sache geht. Dem muss man schon etwas entgegensetzen.

Ist das eine Besonderheit des Projekts, dass so viele Laien eingebunden werden – sowohl als Sänger als auch als zusätzliche Musiker in der Philharmonie Südwestfalen? 

Ja, ich finde, das ist ein ganz tolles Projekt. Diese große Spielfreude der Laienmusiker und -sänger wertet das Projekt ganz enorm auf. Was ist das Besondere an den „Carmina burana“ – für das Publikum und für die Sänger? Die „Carmina“ sind ja ein Reißer, ein Dauerbrenner. Auch wenn es anspruchsvoll ist für den Chor, ist es ein Werk, das für Laienchöre realisierbar ist. Das Publikum liebt es, es war ja als volkstümliches Oratorium gedacht – und da verfehlt es seine Wirkung sicher nicht.

Information

Karten für die „Gala der Volksbanken“, in deren Rahmen die „Carmina burana“ am 17. Mai in der Stadthalle Soest um 19.30 Uhr aufgeführt werden, gibt es für 30 Euro (25 Euro für VB-Kunden) beim Anzeiger und bei der Stadthalle.

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