Körper und Farbe im Zusammenspiel

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Kunst kann Spaß machen, wie (von links) Praktikantin Clara Niermann, Künstler Michael Post und dessen Kollege Heiner Thiel, Bürgermeisterin Christiane Mackensen und Sammler Carl-Jürgen Schroth vor dem Exponat von John Carter in der Ausstellung „embodying colour V“ zeigen.

Soest - Carl-Jürgen Schroths neue Ausstellung zeigt Werke von 23  Künstlern und stellt die  Frage: Wo fängt die Malerei an, wo hört die Skulptur auf? In der Schau „embodying colour V“ im Museum Wilhelm Morgner geht es um Zwei- und Dreidimensionalität und das Zusammenspiel von Körper und Farbe.

Die Schau ist Teil einer Ausstellungsserie der beiden befreundeten Künstler und Kuratoren Michael Post und Heiner Thiel. Sie sind Maler und Bildhauer haben sich in einem längeren Prozess der jeweils anderen Position angenähert. 

So war es für sie naheliegend, Kollegen aus beiden „Lagern“ einzuladen, als sie im Jahr 2013 den Auftrag für ihre erste Ausstellung in der Kunsthalle Wiesbaden bekamen. Die Ausstellung dort war so erfolgreich, dass Post und Thiel ihr Projekt 2014 im Schauraum der Edition Multiple-Art in Zürich sowie 2015 im Vasarely Museum Budapest und im Haus Metternich in Koblenz fortsetzten.

Nach Soest seien sie gern gekommen, sagen die beiden Künstler und Kuratoren, weil die Bedingungen im Museum Wilhelm Morgner und die Zusammenarbeit mit Carl-Jürgen Schroth und der Stiftung Konzeptuelle Kunst perfekt seien. Auch jetzt sind die beiden wieder begeistert vom hellen Raum Schroth. „Wir haben die Stellwände wieder genauso platziert wie bei der Ausstellung für Heiner Thiel“, erläutert Post. So sind Blickbeziehungen und Durchblicke möglich.Vor zwei Jahren hatte Schroth dem Künstler Thiel eine Ausstellung zum Geburtstag gewidmet. 

„Die Exponate stehen stellvertretend für ein generationsübergreifendes und immer wieder neu formuliertes Phänomen unserer Wahrnehmung angesichts farbig in Erscheinung tretender Körper in der Kunst“, formuliert Schroth. „Hinweise auf überkulturelle und historische Bezüge lassen sich in der konkreten Kunst Europas wie auch im amerikanischen Minimalismus wiederfinden.

 Die aktuellen Arbeiten positionieren sich sozusagen in einer fast magisch anmutenden Gewissheit paradoxaler Erscheinungsformen, die irgendwo zwischen zweidimensionaler und dreidimensionaler Ordnung im ästhetischen Raum liegen.“

Die beiden Kuratoren Post und Thiel haben die Exponate unter dem Aspekt ausgewählt, Übereinstimmungen ebenso deutlich zu machen wie gegensätzliche Ansichten und Arbeitsweisen. 

Mit der Schau „embodying colour V“ wird im Museum nicht nur der Raum Schroth, sondern auch Umgang und Kabinett bespielt. Die Publikation zu dieser Soester Ausstellung ist kein Katalog im üblichen Sinne, sondern eher eine Dokumentation, eine Art persönliches Reisetagebuch, ein repräsentatives Notizbuch mit Fotos. Die beiden Künstler-Kuratoren erzählen von ihren Reisen, von Landschaften, Begegnungen mit Kollegen und deren Studios. Die Soester Kunsthistorikerin Juliane Rogge hat das Vorwort und Prof. Dr. Matthias Bleyl von der Kunsthochschule Weißensee Berlin einen Begleittext verfasst.

Information: Die Ausstellung wird morgen um 17 Uhr im Museum Wilhelm Morgner eröffnet und ist bis zum 22. September zu sehen.

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