Experte sagt: "Das passt ins Bild"

Bussard attackiert Soester Jogger und schlägt ihn mit der Kralle in den Kopf

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Gut zu erkennen: Die hintere Kralle beim Bussard, ideal zum Mäuse- und Jogger-Schlagen.

Soest – Thomas Kolk joggt seit 20 Jahren – vorzugsweise sonntags. Doch so ein Zwischenfall ist dem 55-jährigen Soester noch nie passiert: Ein Bussard ist auf ihn runtergestürzt und hat ihm eine blutige Kopfwunde geschlagen. Das Signal ist eindeutig: Lauf hier bloß nicht noch mal lang!

Es passierte am Dorfrand von Hiddingsen Richtung Lendringsen. Der Dauerläufer hatte gerade erst 500 Meter auf der Uhr, als ihn der Schlag traf. „Das fühlte sich an, als ob mir jemand eine Dachlatte auf den Kopf geschlagen hat.“ 

Doch ein, zwei Sekunden später sah Kolk auch schon einen Bussard nach rechts in den kleinen Wald abdrehen. Ein Radfahrer stoppte, inspizierte die Wunde und half dem Läufer wieder auf die Beine. „Ich möchte mich gern bei ihm noch bedanken“, sagt Kolk. 

Denn als es passierte, ging alles blitzschnell. Der 55-Jährige holte sich später ärztlichen Rat ein: Die Wunde werde wohl von allein zuheilen, ohne dass genäht werden muss. 

Wenn sich in der Brutzeit "Feinde" nähern

„Das passt genau ins Bild“, sagt Dr. Henning Vierhaus, der Chef der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz, der sich mit Greif- und Raubvögeln bestens auskennt. Speziell Mäusebussarde reagieren allergisch, wenn im Horst gebrütet wird und sich „Feinde“ nähern. Sie haben es offensichtlich vor allem auf Läufer abgesehen: „Das Auf und Ab beim Joggen irritiert sie.“ 

Gefahr von oben: Bussard greift Passanten in Dinker an

Hat der Läufer was falsch gemacht? Nein, sagt der Biologe, der Mann war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Vielleicht noch gut eine Woche, dann sei das Brüten erledigt, dann dürfte der Bussard auch kein Interesse mehr haben, auf Läufer loszugehen. Die Attacke sei als Warnschuss zu werten, erläutert Vierhaus: „Du bist mein Feind! Weg mit Dir!“ 

Daher rührt die blutige Stelle am Kopf

Die blutige Stelle am Kopf rühre von der Hinterkralle am Fuß des Vogels. Sie ist richtig scharf und wird ja auch benötigt, um mal eben im Sturzflug Mäuse und andere kleine Lebewesen am Boden zu schlagen. Auch die Beschreibung der Örtlichkeit passe ins Bild: Bussarde brüten gern in kleinen Gehölzen. 

So empfehlen Vierhaus wie Kolk anderen Läufern gleichermaßen, ein wenig auf der Hut zu sein, mehr als sonst nach oben zu blicken und den Luftraum zu kontrollieren. Und wenn man tatsächlich einen Bussard in dieser Jahreszeit erspäht, am besten für ein paar Tage eine andere Laufroute wählen.

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