Das Wettkochen und der total entschleunigte Peter Wessel: 

Köche zaubern tolle Bilder auf die Teller

Geschmorte Rinderbacke um 18 Uhr noch roh? Kein Problem für Erwittes Bürgermeister Peter Wessel. Foto: DAHM

Beusingsen – Nach dem furiosen Auftakt von Malte Dahlhoff übte sich Bürgermeister Peter Wessel am Dienstagabend beim zweiten Teil des Bürgermeister-Wettkochens in der Kunst der Entschleunigung. Aus gutem Grund: In „Bethlehems Stall“, der neuen Kochschule in Beusingsen, herrschten auch um 19 Uhr zum Menüstart noch tropische Temperaturen.

So griffen die Gäste zunächst beherzt zur Radieschen-Kaltschale, dem Gruß aus der Küche von Wessels und seinen Helfern Ivo Wieczorek und Christine Graskemper. Nach der Schale gab es mit einem frischen Apfel-Gurkensalat und einer vorzüglich geräucherten Bökenförder Forelle eine weitere Reminiszenz an den Sommer: der Salat zauberte kühle in den Mund, der Fisch führte gedanklich aus der heißen Kochschule hin zum kühlen Wasser.

Vorspeise – oder ein Gebirge zum Erklimmen?

Apropos gedanklich: Anschließend gab´s reichlich Zeit zum Gedanken-Austausch. Denn ein völlig entschleunigter Bürgermeister plauderte lässig mit seinen Gäste, während die Erwitterin Beate Remmert bei der Jury um eine wohlwollende Bewertung bat und den Juroren mit sommerlich leichtem Small talk die Zeit vertrieb. Das Plaudern war notwendig. Denn die Rinderbacke war erst gegen halb sieben in den Ofen gewandert, musste also auch noch eine Weile im eigenen Saft schmoren. So blieb Zeit, um schon einmal über die richtige Wortwahl zu philosophieren: Würde Wessel das Pesto auf die Teller schmieren? Oder doch eher streichen, dekorieren oder gar den Teller mit dem Pesto krönen?

Hauptgang – oder eine Felsenlandschaft?

Als es um 21.20 Uhr das Hauptgericht gab, sah es eindeutig wie eine Krönung aus. Die Kartoffeln ruhten ebenfalls völlig entschleunigt in einem Bett; die Möhren präsentierten sich dagegen selbstbewusst und ziemlich widerstandsfähig. Trotzdem: Die Gäste griffen beherzt zu. Zum Finale gab es noch Blumentriebe, pardon: ein Dessert. Denn Kreativ-Koch Ivo Wieczorek hatte tief in die Trickkiste gegriffen – und zum Abschluss einen kleinen Blumentopf mit Pannacotta, Früchten und obendrauf kleinen Erdbeeren und einem Minzblättchen kreiert. Das sah aus wie aus dem Blumenladen – und bestach mit einem tollen Geschmackserlebnis.

„Es war die Quälerei wert“, freute sich Peter Wessel um kurz nach 22 Uhr. Recht hat der Mann. Denn obwohl die Jury-Wertungen mit 23 Punkten für die Vorspeise, 22,5 fürs Hauptgericht und 25 fürs Dessert leicht hinter den Wertungen der Vorwoche lagen, gab es drei gute Gründe zur Freude: Zum ersten hätte die Art und Weise des Anrichtens nicht nur Koch-, sondern auch Kunstfreunde in Ekstase versetzt. Zum zweiten entstanden in dem vom Anzeiger mitveranstalteten Wettbewerb wieder ganz frische Kontakte. Und schließlich darf sich der Schlossbadverein in Erwitte über eine satte vierstellige Spendensumme freuen.

Dessert – oder frischer Trieb im Blumentopf?


Peter Wessel: „Als ich das dem Vorsitzenden des Vereins gesagt habe, war er sprachlos.“

Noch zwei Kandidaten

Das Menü steht, die Gästeliste ist voll – und unter den Gästen befindet sich ein ganz besonders prominenter heimischer Vertreter: Wenn Hans Dicks mit Meinolf Griese und Uta Schneider am kommenden Mittwoch, 26. Juni, die dritte Koch-Runde zelebriert, dann könnten die Rahmenbedingungen kaum besser sein. Auch, weil die Gäste einen kräftigen finanziellen Impuls für den Wildpark in Völlinghausen geben sollen. Den Schlusspunkt setzt Soests Erster Bürger Eckhard Ruthemeyer gemeinsam mit Harry Luhmann und Susanne Ruthemeyer am 9. Juli. Die Kochkunst wird dann in eine kleine Geschichte aus der Soester Börde eingebettet. Und die Gäste spendieren einen möglichst hohen Betrag fürs Zirkuszentrum Balloni.

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