Tipps von Klaus Fischer 

Buchsbaum: Pflege-Tipps vom Garten-Experten - Kampf gegen Zünsler und Pilz

Beliebter Buchsbaum: Garten-Experte Klaus Fischer gibt Pflege-Tipps und sagt, wie man ihn aus Stecklingen zieht. So kämpft man gegen Pilz und Zünsler.

Soest – Lohnt es sich eigentlich noch, eine Buchsbaumhecke weiter auszubauen? Diese Frage ist nicht unberechtigt angesichts der Probleme, die der Buchsbaum seit einigen Jahren hat. Ein hartnäckiger Pilz setzt ihm zu, das Triebsterben, und der Buchsbaumzünsler, ein Schmetterling aus Asien.

So mancher Gartenfreund resigniert angesichts dieser Herausforderungen und ersetzt seine Buchsbaumhecken und -kugeln durch andere Gewächse, die im Aussehen und Wuchs dem Buchs vergleichbar sind. Zu nennen sind da besonders der Ilex Crenata oder auch japanische Stechpalme genannt und der Zwergliguster

Buchsbaum: Probleme mit Zünsler und Pilzen

Der Ilex kann aber bei starken Frösten Probleme bekommen. Der Zwergliguster hat deutlich größere Blätter als der Buchs und bietet deshalb ein anderes Erscheinungsbild. Es gibt noch weitere Ersatzpflanzen im Handel, die teils aber eine deutlich andere Optik haben. 

Garten-Experte Klaus Fischer ist zuversichtlich, dass der Buchs bei uns trotzdem eine Zukunft hat. Immer wieder beobachtete er in diesem Sommer, dass sich Spatze und Meisen über die Zünslerraupen hermachen. "Ein Bekannter spritzt regelmäßig seine Buchshecke mit einem scharfen Wasserstrahl aus", sagt er. Anschließend halten die Vögel ein Festmahl, wenn sich Zünslerraupen in dem Gewächs befunden haben.

Buchsbaum: Alternativen Ilex und und Zwergliguster mit Problemen

Die Natur sorgt also inzwischen für einen Ausgleich. Ich habe deshalb eine neue Buchsbaumhecke angelegt und zwar aus Stecklingen. Das ist einfach, kostet nichts, und jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, mit der Vermehrung zu beginnen. Wir brauchen dazu frische Triebe, die beim Schnitt der Hecke anfallen.

Wir nehmen die Triebe, die unten schon verholzen, also nicht mehr weich und grün sind. Etwa zwei Drittel der Blätter von unten streifen wir ab, sodass nur noch die Triebspitze belaubt ist. Bevor wir sie in den Boden stecken, sollte dieser gut durchgearbeitet, feucht und locker sein – unkrautfrei natürlich auch.

Buchsbaum: So zieht man eine Hecke aus Stecklingen

Wir stecken dann die vorbereiteten Triebe tief in den Boden, so dass nur noch die belaubte Spitze herausschaut. Der Boden sollte einen leicht alkalischen PH-Wert von 7 bis 8 haben. Hier kann man gegebenenfalls mit einer leichten Kälkung nachhelfen.

Ein halbschattiger Standort ist ideal. Das war‘s schon. Jetzt müssen wir die neue „Hecke“ nur noch unkrautfrei halten und fleißig gießen. Der Boden darf nicht austrocknen. Nun heißt es nur noch abwarten. Es werden nicht alle dieser Triebe anwurzeln, das ist normal. Deshalb stecke ich mindestens dreimal so viele Stecklinge in den Boden, wie ich später tatsächlich benötige.

Buchsbaum: Gartenexperte gibt Tipps zur Pflege

Man rechnet bei Buchsbaum auf einen Meter Hecke mit sechs bis sieben Pflanzen. Es wird einige Wochen oder sogar Monate dauern, bis wir ein Ergebnis sehen können. Stecklinge, die keine Wurzeln gebildet haben, werden nach einigen Wochen welk und gelb. Andere hingegen bleiben grün und beginnen später mit neuem Triebwachstum. Sie haben Wurzeln gebildet.

Wir lassen sie jetzt mindestens ein Jahr lang in Ruhe wachsen. Jäten und Gießen nicht vergessen. Erst im Folgejahr beginnen wir mit dem ersten Schnitt.

Jetzt kann man den Buchs auch noch verpflanzen, wenn er einen anderen Standort erhalten soll. Bis wir eine dichte Buchsbaumhecke bekommen, vergehen mehrere Jahre, denn der Buchs ist ein sehr langsam wachsendes Gehölz. Man kann die gesamte Prozedur auch in Pflanzkästen machen, dann darf man das Gießen überhaupt nicht vergessen.

Die Blüte des Rittersterns ist eigentlich erst in der Weihnachtszeit zu sehen. Aber schon jetzt muss man sich mit der Amaryllis beschäftigen, weiß Garten-Experte Klaus Fischer. Hier verrät er, wie man jetzt neue Beete vorbereitet.

Rubriklistenbild: © Klaus Fischer

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