Zwei Jugendliche (17/18) am Dienstag in Bahnhofsnähe festgenommen

Brutale Tritte in Soest auf am Boden liegenden Kontrolleur der Eurobahn

Der besonders brutal vorgehende Jugendliche holt aus und tritt dem bereits verletzten Kontrolleur ein zweites Mal mit voller Wucht vor den Oberkörper.

[Update 11.29 Uhr] Soest - Die Szene ist an Brutalität kaum zu überbieten. Zwei junge Schwarzfahrer haben am Dienstagnachmittag im Soester Bahnhof Kontrolleure der Eurobahn angegriffen und selbst dann noch auf den einen Mitarbeiter eingetreten, als der längst wehrlos am Boden lag. Ein Video, das unserer Redaktion vorliegt, belegt das ganze Ausmaß roher Gewalt.

Die Szene hat sich bereits auf der Bahnfahrt von Hamm nach Soest aufgeschaukelt. Ein Student, der mit seinem Kommilitonen auf der Rückfahrt von der Hochschule in Hamm im selben Abteil sitzt, bekommt mit, wie sich die ertappten Schwarzfahrer zunächst mit Worten ihrer Personalien-Überprüfung widersetzen. In Welver sollen die jungen Männer aussteigen, doch sie folgen der Aufforderung nicht.

In Soest schließlich verlassen die beiden Schwarzfahrer und die beiden Kontrolleure den Zug, wobei einer der Ertappten nach Angaben der Zeugen am Pullover gezogen wird. 

Mit dem Handy hält der eine Student die Szene fest. Deutlich zu sehen ist, wie die beiden Mitarbeiter versuchen, die Männer festzuhalten. Die schlagen postwendend auf die Kontrolleure ein. Ein Schwarzfahrer tritt seinem Kontrahenten in den Bauch und ringt ihn zu Boden.

Dann eskaliert die Gewalt restlos. Der andere Tatverdächtige sieht den Kontrolleur auf dem Bahnsteig liegen, stürmt aus drei, vier Metern auf ihn zu und tritt aus vollem Lauf auf das Opfer ein. Sekunden später ein erneuter Tritt gegen den Körper des bereits Verletzten.

Diese Szene zeigt, wie einer der beiden Tatverdächtigen dem zu Boden gegangenen Kontrolleur mit Anlauf und voller Wucht sein Knie in die Rippengegend rammt.

Zum Glück ist mehreren Schülern, die gerade mit aus dem Zug gestiegen sind, die blutige Attacke nicht gleichgültig. Sie schreiten auf den Verletzten zu und kümmern sich um ihn. Derweil laufen die beiden Tatverdächtigen auf dem Bahnsteig davon. An der Stelle endet das nur 40-sekündige Video.

Der unverletzt gebliebene Kontrolleur alarmiert die Soester Polizei, die schickt umgehend Streifenwagen los. Ein Team trifft die beiden Flüchtenden auf der Nordseite des Bahnhofs an und nimmt sie fest.

Nach erkennungsdienstlicher Behandlung steht fest: Bei den zwei Tatverdächtigen handelt es sich um zwei Marokkaner im Alter von 17 und 18 Jahren, die in Dortmund gemeldet sind. Unterdessen haben Sanitäter den schwer verletzten Kontrolleur ins nächste Krankenhaus gebracht.

Über die Schwere seiner Verletzungen liegen keine Angaben vor.

20 Minuten, so schildern die Studenten und andere Zeugen, bleibt der Eurobahn-Zug in Soester Bahnhof stehen. Nicht nur die Passanten auf dem Bahnsteig, sondern auch die Reisenden in den Abteilen bekommen die Schlägerei unmittelbar mit. Per Lautsprecher-Durchsage erfahren die Unbeteiligten: „Der Zug bleibt hier stehen.“ Nach 20-minütigem Stopp geht die Fahrt schließlich doch Richtung Sassendorf und Lippstadt weiter.

Übergriffe zwischen Schwarzfahrern und Kontrolleuren, so teilt die zuständige Bundespolizei mit, seien selten, aber keineswegs absolute Ausnahmen. Besonders gefährdet sei das Personal auf manchen Ruhrgebiets-Strecken, wo bisweilen mit Schlagstock und Pfefferspray bewaffnete Sicherheitsleute die Ticket-Kontrolleure begleiten.

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