Angeklagte haben Migranten beleidigt

Brüder standen wegen Volksverhetzung vor dem Richter

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Symbolbild

Möhnesee - Mit Nazi-Parolen haben zwei Brüder ausländische Kioskbesitzer am Möhnesee beleidigt. Nun wurden sie vor Gericht verurteilt.

Die Migranten betreiben am Möhnesee einen Kiosk. Die Angeklagten schilderten, dass die Ex-Verlobte des jüngeren Bruders wohl mit einem der jungen Männer in Streit geraten war. „Er wollte sie anfassen, sie kam weinend nach Haus“, so der Ältere. Daraufhin zogen die beiden Arbeitslosen zum Kiosk. Hier bedrohten und beleidigten sie die dunkelhäutigen Männer. Man reckte zweimal den rechten Arm und rief „Sieg Heil“ und sagte „So was hätte Adolf früher in die Gaskammern geschickt.“

Die Bedrängten machten geistesgegenwärtig ein Video, das vor Gericht verwendet wurde. „Die Äußerungen sind ganz klar auf dem Video zu hören und Sie zu erkennen“, konfrontierte der Richter die Angeklagten mit ihrer Tat. „Dann werde ich das wohl gewesen sein. Da ist mein Arm hochgeflogen. Ja gut, ich war besoffen und es tut mir Leid“, so der ältere Bruder.

Weil beide Brüder seit vielen Jahren kriminell auffällig sind und der eine in zehn, der andere in elf Fällen wegen mehrerer Delikte – darunter Betrug und Bedrohung – vorbestraft sind, wurde der jüngere Bruder zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, der ältere zu fünf Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit liegt bei drei Jahren. In diesem Zeitraum dürfen sich die Brüder nichts zu Schulden kommen lassen. Außerdem müssen sie 100 Sozialstunden ableisten.

„Die Geständnisse waren nicht so ernst gemeint, die Angeklagten zeigen keine echte Reue und haben die Tötungsmaschinerie der Nationalsozialisten verharmlost“, so der Staatsanwalt. 

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