Brandenburg stellt Soester Künstler Arnold Topp aus

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Der Soester Kunstfreund und Topp-Forscher Hans A. Peters hat die Aussstellung in Brandenburg bereits besucht.

Soest - Nachdem Arnold Topp (1887-1945) im Jahr 1996 durch das Kalendarium des Heimatkalenders Kreis Soest kurzfristig zum Gesprächsthema geworden war, war es in seiner Heimat wieder still um den Soester Künstler geworden. Jetzt rückt Topp wieder in den Blickpunkt. Das Stadtmuseum seiner Wahlheimat Brandenburg an der Havel, der Stadt der aktuellen Bundesgartenschau, zeigt in der Ausstellung „stattbekannt“ 31 Bilder von ihm und seinem Schüler Curt Ehrhardt.

Die Meisterwerke dieser beiden Mitglieder der Berliner Sturm-Galerie und der Novembergruppe bilden also den Schwerpunkt in dieser Schau, die 160 Exponate von mehr als 40 Brandenburger Malern umfasst. Darin geht es um die Frage: Wie erlebten Zeitgenossen die Stadt, die heute als Paradebeispiel einer gelungenen Flächensanierung gilt?

Kunst und Stadt seit 1850

Die Exponate spiegeln die Epochen der Kunst und der Stadt von 1850 bis heute. Sie zeigen unterschiedliche Blickwinkel und Auffassungen der Künstler, aber auch die Veränderungen des Stadtbildes, Zerstörung, Wiederaufbau und die Stadt heute. Stilistisch spannt sich der Bogen von der Romantik über die beginnende Moderne bis zum sozialistischen Realismus und zum Informel.

Neben Topps Arbeiten werden vielen Beispielen anderer Künstler gezeigt, die in der Stadt wirkten. Mehr als 100 Leihgaben von Monaco bis Moskau sind an ihrem Entstehungsort vereint, sie werden wahrscheinlich nie wieder zusammen zu sehen sein.

Bekannt in Sammlerkreisen

Arnold Topp war im Jahr 1913 nach Brandenburg gekommen. Nach seiner Ausbildung zum Zeichenlehrer im höheren Schuldienst, hatte er an der Havel eine Anstellung am Saldernschen Reformgymnasium bekommen.

Bis heute ist Topp in seiner Heimatstadt Soest kaum präsent. Der Kunstfreund Hans A. Peters, der die Künstler-Vita aufarbeitete und veröffentlichte, schreibt: „....hat er ein Lebenswerk geschaffen, das bis heute in seiner Heimat unbekannt ist. In der Kunstgeschichte gilt sein Name etwas, in Sammlerkreisen werden seine Bilder hoch gehandelt, nicht zuletzt, weil sie rar sind. Berühmt ist Arnold Topp als Maler nicht geworden, und über den Menschen weiß man nur wenig.“

Arnold Topp gilt als einer der großen deutschen Kubisten und einer der berühmten Künstler des „Sturm“, jener legendären Künstlerbewegung des Expressionismus um Herwarth Walden. Topp wurde lange Zeit in einem Atemzug mit Franz Marc, Kandinsky, Chagall und Schwitters’ genannt.

Man weiß über ihn, dass er nach dem Besuch der Volksschule von 1901 bis 1904 die Präparandenanstalt und anschließend das Lehrerseminar besuchte, wo er 1907 den Abschluss als Volksschullehrer machte. In Erndtebrück hatte er seine erste Anstellung, bevor er 1910 an die Kunstgewerbeschule nach Dortmund wechselte.

Von 1913 an lebte er in Brandenburg und kehrte nie mehr nach Soest zurück. Zwischen den beiden Weltkrieten konnteich Topps Talent entfalten. In den 20er-Jahren wird er bei den zahlreichen Ausstellungen, in denen er vertreten war, stets gemeinsam mit den Großen seiner Zeit genannt, in der Nazi-Zeit wurden seine Bilder als „entartet“ diffamiert.

Verschollen im Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg diente Topp als Volkssturmmann im Raum Frankfurt/Oder. Seit dem Rückzugsgefecht 1945 gilt er als verschollen und wurde für tot erklärt. Nach seinem Tod geriet er in Vergessenheit, nicht zuletzt, weil sein gesamter Nachlass als Totalverlust gilt.

Erst in den 1990er-Jahren machten sich Thomas Greifeld und Rainer Enders auf Spurensuche und legten 2007 mit dem Buch „Arnold Topp – ein Lebensbild“ ein greifbares Ergebnis vor. - bs

„stattbekannt – 150 Jahre Brandenburg in Bildern“, bis 31. Januar 2016, Stadtmuseum im Frey-Haus, Brandenburg an der Havel, Telefon 03381/584501; www.stattbekannt.de

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