Warum sich Beschäftigte der Börde-Werkstätten auf die Arbeit freuen

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Sie erzählen über ihre Arbeit (von links): Kirsten Firniß (Fachkraft für Übergangsförderung), Markus Werny (Betriebsleitung), Sandy Peuler, Camilla Straach, Annkathrin Menzel, Thomas Everts und Maurice Wegener.

Soest – Wie wichtig ist Arbeit? Eine Frage, über die Sandy Peuler nicht lange nachdenken muss. „Ich will zeigen, was ich draufhabe und dass ich korrekt bin“, antwortet er. Seine Kollegen, die mit am Tisch sitzen, stimmen zu. Ihnen und um die 640 weiteren Beschäftigten bieten die Börde-Werkstätten der Perthes-Stiftung mit den Standorten in Soest, Werl und Herzfeld Förderung und fachliche Begleitung auf dem Weg der beruflichen Bildung..

Sandy Peuler gehört zur Außenarbeitsgruppe bei der Firma Standard Metallwerke in Werl – und er geht seiner Arbeit mit Begeisterung nach – jeden Tag aufs Neue, wie er hervorhebt, im Urlaub freue er sich schon, dass es bald wieder losgeht. Das gilt auch für Annkathrin Menzel und Thomas Everts, die ebenfalls erzählen, wie gut es ihnen gefällt. 

„Jeder Mensch braucht Herausforderungen“, betont Markus Werny von der Betriebsleitung der Börde-Werkstätten. Er berichtete von namhaften Kunden, die ihre Aufträge gern an die zertifizierte Einrichtung geben, weil sie um die Präzision und die Qualität der Produkte wissen, die dort entstehen. Die Beschäftigten der Außenarbeitsgruppe tragen, wie er erläutert, dazu bei, höchste Ansprüche der Industrie zu erfüllen. Die Börde-Werkstätte eröffnen Menschen mit Behinderung Chancen entsprechend ihrer Neigung und Eignung. „Wir setzen die Arbeit ein als Förderung der uns anvertrauten Menschen. Dabei geht es darum, Stärken zu entwickeln, Schwächen auszugleichen“, fährt Werny fort. Dagmar Uka (Leitung begleitende Dienste und Qualifizierung) weist auf den dualen Ansatz hin: „Assistenz im Alltag und Teilhabe am Arbeitsleben.“ 

Sie sagt auch: „Die eigene Entscheidung hinsichtlich des weiteren Weges hat ein hohes Gewicht.“ Maurice Wegener leitet die Außenarbeitsgruppe in Werl und koordiniert die A

bläufe. Er geht auf die sehr positiven Erfahrungen im Firmenalltag ein. Die Tätigkeit sei abwechslungsreich, niemand auf nur einen einzelnen Produktionsschritt festgelegt. Die Beschäftigten loben das gute Miteinander im Betrieb. Jeder Handgriff sitzt. Markus Mazik, der es zunächst mit einer handwerklichen Ausbildung im Berufsbildungszentrum für Blinde versuchte, ist glücklich in der Montageabteilung der Klevinghaus-Werkstatt am Bleskenweg. Sein Wissen ist dort gefragt, denn als Experte in eigener Sache kennt er sich hervorragend mit einer barrierefreien Gestaltung des Umfeldes aus und gibt so manchen Tipp, was sich noch verbessern lässt.

 Camilla Straach, Mutter einer elfjährigen Tochter, genießt ihren Dienst als Betreuungskraft im Altenheim. Der Umgang mit den Bewohnern mache riesig Spaß, meint sie. „Wir gehen in den Garten, spielen Bingo und vieles mehr.“ Vorher hatte sie einen Außenarbeitsplatz in einer Kita. Sie ist rundum zufrieden: „Es ist schön zu sehen, was man alles geschafft hat."

Partner für Menschen mit Behinderung

Die Börde-Werkstätten in Trägerschaft der Perthes-Stiftung bestehen seit über 40 Jahren. Vorrangiges Ziel ist es, die persönliche Entwicklung der Beschäftigten zu unterstützen, ihre beruflichen und lebenspraktischen Fähigkeiten zu stärken sowie die Teilnehmer auf einen passenden Arbeitsplatz vorzubereiten. Das multiprofessionelle Team sieht sich als Partner für die Menschen mit Behinderung, wobei sich das Angebot nach deren Begabungen, Neigungen, Interessen und persönlichen Wünschen richtet. Die Außenarbeitsgruppe bei den Standard-Metallwerken besteht seit 2018.

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