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Garten im Herbst: Jetzt Blumenzwiebeln in die Erde - Das gibt es zu beachten

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Von: Klaus Fischer

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Die Blumenzwiebeln müssen jetzt in die Erde. Aber vor dem Pflanzen ist Vorsicht geboten. Experte Klaus Fischer gibt Garten-Tipps für den Herbst.

Soest - Nach der Allerheiligenkirmes in Soest kommt jetzt ein Stück Gartenarbeit auf uns zu, wenn wir beim Pferdemarkt am Blumenzwiebelstand zugeschlagen haben. Früher, das heißt, vor etlichen Jahrzehnten, war der Pferdemarkt der Haupteinkaufstag für die Landbevölkerung. Die Dorfbewohner kamen mit großen Gespannen in die Stadt, kauften Tiere, Futter, Winterbekleidung, Haushaltswaren, Weihnachtsgeschenke und natürlich auch für den Garten die Blumenzwiebeln.

PflanzenteilZwiebel
SynonymBulbus
Blätterfleischig, verdickt (Niederblätter)
Artgestauchter Spross

Blumenzwiebeln im Garten: Händler haben Probleme - Weniger Auswahl auf dem Pferdemarkt

Die bekamen sie bei einer Reihe Händler aus Holland und Deutschland, die vom Winterling über Krokusse und Narzissen bis hin zu Tulpen Zwiebeln in reicher Auswahl anboten, aber auch Sämereien und vieles mehr. In diesem Jahr war nur noch ein einziger Stand mit Blumenzwiebeln auf dem Pferdemarkt vertreten, vor zwei Jahren waren es noch zwei und vor einigen Jahren vier.

Die Blumenhändler haben die gleichen Probleme wie viele anderen Unternehmen auch: Es fehlt an Personal, und oft gibt es keinen Nachfolger für das Geschäft. Also hören sie eines Tages auf, und die Pferdemarktbesucher werden von Jahr zu Jahr mit einem schrumpfenden Angebot konfrontiert, bis es schließlich keinen Blumenhändler mehr auf dem Pferdemarkt gibt – genauso wie seit Jahren keine Pferde mehr zum Verkauf angeboten werden.

Blumenzwiebeln im Garten: Lose Ware vom Pferdemarkt kann Nachteil haben

Das ist schade, denn das Angebot dieser Händler ist größer und flexibler als das in Gärtnereien und Gartencentern, wo wir Blumenzwiebeln in der Regel abgepackt in Plastiktüten zu sechs, zehn oder zwanzig Stück bekommen. Einziger Nachteil bei der losen Ware vom Pferdemarkt: Man sollte sich unbedingt die Sorte, Farbe und Größe der Pflanzen aufschreiben und natürlich auch, welchen Standort sie bevorzugen.

Nachdem der Rummel nun vorbei ist und wieder Ruhe einkehrt, sollten wir uns ans Werk machen und die gekauften Schätze in die Erde bringen, damit wir ihre Blüten im kommenden Frühling bewundern können. Je länger wir damit warten, umso später werden Tulpen und Co dann blühen. War es zu spät, dann pausieren die Gewächse durchaus mal ein ganzes Jahr lang und wachsen erst im übernächsten Jahr.

Die Blumenzwiebeln müssen jetzt in die Erde. Auf der Hand sind Knollen von Anemonen und Winterling zu sehen, die vor dem Pflanzen eingeweicht werden müssen.
Die Blumenzwiebeln müssen jetzt in die Erde. Auf der Hand sind Knollen von Anemonen und Winterling zu sehen, die vor dem Pflanzen eingeweicht werden müssen. © Falkenberg, Jonas

Blumenzwiebeln im Garten: Leibspeise der Wühlmäuse mit einem Drahtkorb schützen

Beim Pflanzen müssen wir einige Dinge beachten. Tulpen und Hyazinthen gehören zu den Leibspeisen der Wühlmäuse. Deshalb sollten wir die Zwiebeln unbedingt mit einem Drahtkorb schützen, wenn unser Garten zum Revier der lästigen Nager gehört. Nicht vergessen: Auch von oben müssen wir die Zwiebeln mit einem Draht sichern.

Angeblich sind Kaiserkrone, Lauch und Knoblauch Pflanzen, die Wühlmäuse vertreiben sollen, weil sie den Geruch dieser Gewächse nicht mögen. Meine Erfahrung ist aber, dass Wühlmäuse sich im Zweifelsfall auch an solchen Zwiebeln und Knollen gütlich tun, wenn nichts anderes Essbare für sie erreichbar ist. Narzissen verschmähen die Nager aber auf jeden Fall, Schneeglöckchen, Krokusse, Hasenglöckchen und Perlhyazinthen sind bei mir von den Wühlern bisher auch verschont geblieben.

Am Blumenstand habe ich neben Tulpen und Narzissen Winterlinge, verschiedene Anemonen, Iris und Ranunkeln erworben. Dazu kommen noch Alpenveilchen, Drachenwurz und weitere größere winterharte Zwiebelgewächse, die alle im Frühling blühen. Die Knollen der Winterlinge und Anemonen sind eingetrocknet. Bevor wir sie in den Boden setzen, müssen wir sie in lauwarmen Wasser über Nacht einweichen. Dann stecken wir sie etwa eine Handbreit tief und auseinander in den Boden. Sie stehen am liebsten unter Laubbäumen, der Boden sollte aber immer feucht sein.

Blumenzwiebeln im Garten: Anemonenknollen über Nacht einweichen

Auch die Anemonenknollen werden über Nacht eingeweicht und dann ebenfalls eine Handbreit tief in den Boden gesetzt, aber mit etwas größerem Abstand. Am wirkungsvollsten sind kleine Gruppenpflanzungen. Sie lieben ebenfalls den lichten Schatten unter Laubbäumen und Büschen.

Die Ranunkeln sind nach Auskunft des Händlers winterhart und können jetzt ebenfalls in den Boden kommen. Allerdings sind sie empfindlicher als die anderen Frühlingsblüher. Bei einem harten Kahlfrost können sie auf der Strecke bleiben. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sie jetzt noch liegen, weicht sie dann im Januar zunächst ein, setzt sie mit den Wurzelbeinen nach unten in einen Topf mit guter Blumenerde, die mit etwas Sand vermischt wird, und überwintert sie hell und frostfrei, vielleicht in einer Garage, vorsichtiges Gießen nicht vergessen.

Im März, wenn keine starken Fröste mehr drohen, kommen sie zuerst ins Freie zum Abhärten und dann ins Beet. Im Topf haben sie schon einen Wurzelballen entwickelt. Ranunkeln lieben einen sonnigen Standort. Selbstverständlich kann man die Ranunkel-Wurzeln auch im Haus über Winter trocken aufbewahren bis März und sie erst dann einweichen und pflanzen. Dann blühen sie entsprechend später.

Weitere Tipps unseres Gartenexperten Klaus Fischer können Sie hier nachlesen.

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