Mauersanierung am Dasselwall

Bläulicher Grünsandstein für den Soester Wall

Konzentrierter Blick, damit die Wallmauer für weitere Jahrhunderte standfest ist: Philipp Aigner bei der Sanierung des Dasselwalls.
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Derzeit wird der Dasselwall für die nächsten Jahrhunderte gestärkt. Die Hauptwallmauer, die Gräftenmauer und die kleine Wallmauer zur Innenstadt werden aktuell saniert.

Soest - Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Arbeiten zum Jahresende fertig sein, sagt Tobias Trompeter von den Kommunalen Betrieben (KBS) der Stadt Soest und betont selbst: „Ich bin optimistisch, dass das funktionieren kann.“ Dass in Sachen Zeitplanung mehr auf Optimismus als auf feste Stichtage gesetzt werden sollte, haben diejenigen, die mit der Wallsanierung zu tun haben, schon eindrucksvoll zu verstehen bekommen. Die Wallmauer hat ihnen klargemacht, dass sie hinter jedem Stein eine Überraschung parat halten könnte, die stets das Potenzial zum Zeitfresser haben kann. „Man weiß nicht, was man über den Tag entdeckt. Das verursacht eine positive Spannung“, beschreibt Tobias Trompeter.

Schäden durch Efeu

Dass eine komplette Bunkeranlage entdeckt wird, wie Anfang 2020, sei sicherlich eine absolut herausragende Ausnahme. Aber: „Manchmal entdeckt man, dass ein Schadensbild hinterm Efeu massiver ist als gedacht. Genauso kann es aber auch andersherum laufen, dass man etwas entgegen der Erwartungen relativ gut sanieren kann, weil das Gestein noch fester ist als gedacht“, erklärt Trompeter. Entstanden seien die Schäden in den letzten 40 bis 50 Jahren durch den Efeu, den Erddruck und die Feuchtigkeit, erklären Tobias Trompeter und Georgios Filaktoglou, Projektleiter der Mauersanierung. Grundsätzlich laute das Ziel, die schon verbauten Soester Grünsandsteine bei der Sanierung weiterzuverwenden.

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Doch manchmal sind die alten Steine schlichtweg zu porös. Als Ersatz wird dann Grünsandstein aus Anröchte eingesetzt. Da dieser aus tieferen Schichten kommt als der Soester Grünsandstein, ist der Anröchter Import durch seinen eher bläulichen Ton klar zu erkennen. Jedoch lautet die Prognose von Tobias Trompeter: „Der Anröchter Grünsandstein wird noch an Farbe verlieren und sich anpassen.“ Und auch, wenn ein kleiner Unterschied für die nächsten Jahrhunderte sichtbar bleiben sollte, sei das aus Trompeters Sicht keineswegs tragisch: „Es zeigt die Sanierung aus dem Jahr 2021 und vor allem, dass die Mauer immer in Bewegung gewesen ist.“

Mindestens bis Jahresende heißt es jetzt erst einmal weiter: Schäden an den Mauern des Dasselwalls identifizieren, die Schäden in ein Kataster einpflegen, Abstimmung über Maßnahmen mit der Denkmalbehörde, Freigabe durch das Denkmalamt, Freigabe für die verschiedenen beauftragten Firmen, die schadhaften Stellen zu entfernen. „Da kann man schon mal über jeden einzelnen Stein diskutieren. Kann er bleiben oder muss er ausgetauscht werden? Die Wallsanierung ist schon eine ganz besondere Aufgabe“, beschreibt Tobias Trompeter die Besonderheit dieser Baumaßnahme.

Und wie geht es weiter, wenn die schätzungsweise zwei Millionen Euro teure Mauer-Sanierung des Dasselwalls beendet ist? Nächstes Jahr soll es am Ulrichertor weitergehen. Ebenso am Freiligrathwall. Doch für den sind die Fördergelder noch nicht bewilligt.

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