Mehrwertsteuer

Ersparnisse helfen auf unterschiedliche Weise

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Im "Lebensgarten" entscheiden Kunden über die Verwendung der Mehrwertsteuer-Reduzierung.

Soest - Die Mehrwertsteuer ist gesenkt. Davon sollen die Verbraucher etwas haben, hofft die Regierung. Davon sollen aber auch sinnvolle Projekte etwas haben, wünscht das Team des Soester Bio-Ladens und stellt jeden Monat vier Organisationen vor, die Kunden mit dem gesparten Geld unterstützen können.

 Im Juli sind das die Seenotretter von „Mission Liveline“, die sich für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer einsetzen, die Bienenschützer des Vereins Mellifera, die NGO „Reporter ohne Grenzen“ und die Klimaaktivisten des Vereins „German Zero“. 

Das Unterstützungskonzept des Bio-Ladens "Lebensgarten" ist einfach: Beim Kauf legt man entweder eine farbige Karte aufs Kassenband, um zu zeigen, dass man die gesparten Centbeträge für eine Gruppierung spenden will. Oder man wählt eine farblose Karten, um das Geld zu behalten. Abgerechnet werden jeweils zwei Prozent, weil die Kassentechnik nichts anderes zulässt. Für die Projekte legt das "Lebensgarten"-Team jeweils noch ein Prozent dazu. 

„Das Projekt ist super angelaufen“, freut sich Geschäftsführerin Milena Pendzich. Nahezu jeder Kunde habe das Mehrwertsteuer-Geld für ein Projekt im Laden gelassen. „Das sind jeweils nur Cent-Beträge. Aber wenn viele zusammenkommen, kann das eine Menge Geld werden“, sagt Pendzich.

 Bis Ende des Jahres – so lange gilt die Mehrwertsteuer-Senkung – wählt der Bioladen jeden Monat vier neue Organisationen für die Förderung aus. Sie sind aus den Bereichen ökologische Landwirtschaft, Flüchtlingshilfe, Klimaschutz, Demokratische Bildung und Zivilcourage. Die Gruppierungen können sich dann nicht nur über Geld freuen, sondern auch über die Werbung, die ihnen der Bioladen „Lebensgarten“ mit der Aktion verschafft. „Wir hoffen, dass unser Beispiel Schule macht und man in anderen Läden auch wählen kann“, sagt Pendzich. Nicht wählen können die Soest beim Entgelt der Entsorgungswirtschaft Soest GmbH (ESG).

 Zum Monatswechsel wird die Entgeltabrechnung für gewerbliche Anlieferungen entsprechend angepasst und der geringere Steuersatz von 16 Prozent auf den Rechnungsbelegen ausgewiesen. Dagegen ändern sich die Gebühren für Kommunen und Privat-Anlieferungen an den ESG-Anlagen nicht. Die Gebührensätze weisen keine Mehrwertsteuer aus. Der Kreistag hat die Voraus-Kalkulationen bereits beschlossen. Trotzdem wird der Geldbeutel der Bürger entlastet – allerdings erst rückwirkend. Denn das, was der Kreis bei der Abrechnung mit der ESG spart, fließt in den Gebührenausgleich der kommenden Jahre ein. 

Manchmal läuft‘s allerdings nicht so, wie man es berechnet hat. Die ESG rechnet wegen der Marktpreisentwicklung beim Altpapier in diesem Jahr mit deutlich weniger Gewinn bei der Altpapiervermarktung. Diese für die Entlastung der Gebühren fehlenden Papier-Erlöse könnten von der Senkung der Mehrwertsteuer zumindest teilweise abgefangen werden, heißt es in einem Schreiben vo

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