Das richtete Friederike im Kreis Soest an

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Der schwere Sturm Friederike richtete auch im Kreis Soest große Schäden an. Über das Ausmaß informierte Edgar Rüther, Leiter des Regionalforstamtes Soest-Sauerland jetzt im Fachausschuss.

Kreis Soest.  Die wilde Friederike erfasste den Kreis Soest mit Wucht. Über die deutlichen Spuren, die der Orkan im Januar hinterlassen hat, berichtete Edgdar Rüther, Leiter des Regionalforstamtes Soest-Sauerland, im Ausschuss für Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz. 

Er nahm Stellung zu einer Anfrage der Grünen. 

Zwar habe der schwere Sturm Kyrill vor elf Jahren noch heftiger getobt, dennoch herrsche „eine spürbare Betroffenheit, die die Gemüter erregt“, so der Fachmann. Im Bereich des Regionalforstamtes sei diesmal eine Schadholzmenge von 270 000 Festmetern angefallen, im Kreis Soest seien es 150 000 Festmeter. Die Fichten nehmen den weitaus größten Anteil ein. Sie fielen massenweise, kippten auch auf größeren Flächen wie Streichhölzer um. Ganze Bestände brachen, als Friederike zuschlug. Das sei so zu erwarten gewesen, betonte Rüther, denn die flachen Wurzeln haben in einem durch Dauerregen stark aufgeweichten Boden nur wenig Stand. 

Rüther schilderte, dass sich das „Aufräumen“ und Aufarbeiten im Wald noch eine Weile hinzieht. Alles, was an der Wurzel liege und noch Wasser ziehe, bleibe erst einmal im Wald. Bis zum Herbst werde der Markt möglicherweise die Holzmengen aufgenommen haben. Dabei kommt den Besitzern die florierende Baubranche zupass, denn die Konjunktur boome in diesem Bereich weiterhin. Dennoch: Das Holzaufkommen ist auch bei der rundherum ansässigen leistungsfähigen Industrie beträchtlich. Eine Produktionsausweitung in den Sägewerken sei nicht ohne Weiteres möglich, erläutert der Forstamtsleiter. Die Maschinen würden das Pensum sicherlich noch schaffen. Schwieriger sei es jedoch, genügend qualifiziertes Personal zu finden, um eine komplette zweite Schicht zu fahren. 

Welche Strategie empfiehlt sich nun, um die Herausforderungen von morgen durch den Klimawandel  mit milderen Wintern und langen nassen Perioden zu meistern? Der Rat Rüthers lautet: Auf Mischbestände setzen und diese optimieren, um mit solchen Situationen zurechtzukommen. Dabei neben den typischen historischen Baumarten ruhig auch an vermeintliche „Exoten“ denken, ergänzte er und nannte als Beispiel die Douglasie, die aus Nordamerika stammt, aber für hiesige Standorte günstige Eigenschaften aufweise. Die Natur habe ihre eigene Dynamik, das erfordere, sich veränderten Bedingungen anzupassen. 

Forstleute denken von Berufs wegen weit in die Zukunft. Rüther: „Wir müssen heute Entscheidungen für die nächsten 100 bis 150 Jahre treffen.“ Bilanz nach dem Sturm

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