"Filmriss" landet vor dem Soester Am

Betrunkener schlägt Taxifahrer ins Gesicht

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Soest – Mit einem buchstäblichen blauen Auge kam ein Taxifahrer davon, als ihm am 19. Februar vor der Tankstelle am Riga-Ring ein Betrunkener aus heiterem Nachthimmel die Faust ins Gesicht rammte. Dafür musste sich der Trunkenbold gestern vor dem Soester Amtsgericht verantworten.

Der bis dato rechtlich nicht vorbelastete 32-Jährige hatte sich mit einem Freund, der gesondert verfolgt wird, auf einen Zug durch die Gemeinde begeben und volllaufen lassen. Mit Whiskey habe man angefangen, das wusste er noch, doch ab da habe er einen Filmriss und keinerlei Erinnerung an die Vorfälle jener Nacht. 

Er erinnerte sich erst wieder, wie er in der Ausnüchterungszelle zu sich gekommen sei. Womit er den Tatvorwurf jedoch nicht bestritt: „Wenn das da so steht, dann wird es wohl so gewesen sein.“ 

Der Taxifahrer indes hatte in der Puppenstraße drei Fahrgäste aufgenommen, die in der Tankstelle Getränke kaufen wollten. Vor Ort habe er bereits gesehen, dass zwei Leute an der Kasse Stress machten, und seine Fahrgäste daher aufgefordert, sich zu beeilen. Dann habe er ohne jede Vorwarnung wie aus dem Nichts eine Faust aufs Auge bekommen. Die Folge waren ein entsprechender Bluterguss und eine vier Zentimeter lange Platzwunde. 

Sein Angreifer wurde noch in derselben Nacht von der Polizei mit auf die Wache genommen, laut Blutalkoholgutachten kam er auf 1,5 Promille. Eigentlich nicht genug für einen Filmriss, meinte die Staatsanwältin. Er sei auch überrascht gewesen, dass es so wenig gewesen sei, so der Angeklagte.

Der Taxifahrer klagte auf Zuerkennung eines angemessenen Schmerzensgeldes, das er auch bekam: Der Angeklagte muss nun 500 Euro in Monatsraten bei ihm abstottern, zudem eine Geldbuße von 300 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung - spontan entschied er sich für das Soester Tierheim. Erst nach geleisteter Zahlung wird das Verfahren gegen ihn gänzlich eingestellt.

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