Streit hinter den Kulissen

Aquafun sucht neuen Geschäftsführer - massive Vorwürfe aus der Belegschaft

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Das Aquafun aus der Vogelperspektive. Am Boden, hinter den Kulissen, gab es zuletzt viel Streit.

Soest – Die Überraschung dürfte sich in Grenzen gehalten haben, als die Aufsichtsratsmitglieder der Stadtwerke in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag die sofortige Kündigung des erst vor gut einem Jahr eingesetzten Aquafun-Geschäftsführers Dirk Sellger auf den Tisch bekamen.

Denn Vorwürfe gegen den Chef der Stadtwerke-Tochter aus der Belegschaft hatte es bereits seit längerer Zeit gegeben, Ende April hatte der Betriebsrat sie dem Aufsichtsrat schriftlich weiter gegeben – mit der „dringenden Bitte um Abhilfe“.

Die Liste der Verfehlungen, die der Betriebsrat dem gelernten Betriebswirt Sellger zur Last legt, seit er im April 2018 die Leitung des Aquafuns übernahm, ist lang. Sie belegt, dass das Tischtuch zwischen den meisten Mitarbeitern und ihrem Chef zerschnitten ist, das Betriebsklima in Soests Spaßbad gilt als empfindlich gestört. 

Hinzu kommen die Kündigungen einiger Mitarbeiter, die das Aquafun in den vergangenen Monaten verlassen haben. So hätten laut Betriebsrat alleine seit Februar vier Fachangestellte gekündigt, in der Folge hätten sämtliche Kurse abgesagt werden müssen. Mit der bevor stehenden Eröffnung des Freibades drohten „Einschränkungen der Öffnungszeiten“ oder sogar „eine zeitweise Schließung des Badebetriebes“. 

Auch müssten weitere Kündigungen unbedingt verhindert werden, „da mit jedem Mitarbeiter Wissen und Motivation verloren geht“. 

André Dreißen, als Geschäftsführer der Stadtwerke direkter Vorgesetzter von Sellger, lehnte einen Kommentar zu den Vorwürfen gegen seinen Mitarbeiter unter Verweis auf Datenschutzverpflichtungen ab, bestätigte aber die Kündigung. 

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„Damit ist das Thema aus meiner Sicht erledigt“, erklärte er auf Anfrage – eine Anzeige gegen Sellger habe es nicht gegeben und sie sei auch nicht geplant. 

Mit der Kündigung des Geschäftsführers hätten sich auch etwaige finanzielle Ansprüche von ihm gegen das Unternehmen erledigt. „Wir blicken nach vorne und sind auf der Suche nach einem Nachfolger“, so Dreißen. Übergangsweise werde Stadtwerke-Prokurist Christoph Krein die Geschäftsführung des Aquafun übernehmen. 

Dirk Sellger selber hat sich inzwischen krank gemeldet. Gegenüber dem Anzeiger wollte er sich zu den Vorwürfen nicht äußern – das sei „im Einvernehmen mit André Dreißen und dem Aufsichtsrat“ so beschlossen worden.

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