Bestellungen müssen schon im Oktober vorliegen

Der lange Weg der Osterhasen in die Regale der Supermärkte

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Goldene Zeiten für Osterhasen. Aber nach den Feiertagen müssen sie zügig Platz machen fürs Grillfleisch.

Soest – Osterhasen und Eier aus Schokolade - die Auswahl in den Supermärkten ist groß. Doch wie kommt die Ware überhaupt in die Regale? Und bestehen Schoko-Hasen aus liegengebliebenen Nikoläusen? Wir haben mal bei Edeka am Rigaring und Rewe Stolper nachgefragt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, der frühe Kaufmann den Osterhasen. Und die Ostereier gleich dazu. Die sind allerdings nicht, wie einige unverbesserliche Schlaumeier gerne glauben machen wollen, aus der Schokolade liegen gebliebener Nikoläuse gemacht: Wenn die vor Weihnachten in die Geschäfte kommen, läuft die Produktion der österlichen Cousins längst auf vollen Touren. 

Wer aber die saisonalen Süßigkeiten entblättert und auf den schokoladigen Geschmack kommt, der wird durchaus zurecht den Eindruck haben, dass ihm der bekannt vorkommt.

Die drei großen Produzenten, die sich den Markt in Deutschland weitgehend aufteilen, gehen auf Nummer sicher und mehr und mehr dazu über, längst erfolgreich eingeführte und beliebte Produkte zu übernehmen und sie lediglich österlich „zu verpacken“. So wird aus dem Ganzjahres-Überraschungsei ein XXL-Osterei, und aus dessen Schokolade auch gleich ein Osterhase – in vielen Variationen. 

Märkte müssen schon im Oktober ordern

Was geht, darüber gibt ein Sortimentenkatalog der jeweiligen Konzernleitungen Auskunft, der in den Märkten bereits im vergangenen Herbst vorlag – mit dem fett gedruckten Hinweis, bis spätestens Ende Oktober verbindlich zu ordern. 

Das hat Stefan Nüsken vom Edeka-Markt am Rigaring ebenso getan wie Peter Schmitz, Inhaber der Rewe-Stolper-Märkte in Soest und Bad Sassendorf. Auf diese Weise haben die Hersteller Planungssicherheit: Produziert wird nur, was bestellt worden ist. Das freilich ist, sowohl quantitativ als auch qualitativ, gewaltig.

„Der Trend geht schon länger dazu, hochwertige Produkte zu kaufen und dafür dann bei der Menge zu sparen“, beschreibt Stefan Nüsken die Entwicklung. 

Oster-Waren kommt erst recht spät in die Regale

Auswahl hat die Kundschaft jedenfalls mehr als genug – solange nur irgendwie das Motiv Hase und Ei erkennbar ist, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Immer hübsch verpackt, gerne in Gold und mit Schleifchen aller Art, werden Schokolade oder Marzipan in ganz groß oder ziemlich klein, als wuchtiger Solitär oder schlank und schmächtig gleich im Dutzend fürs Fest verkauft. 

Verglichen mit der vorweihnachtlichen „Verwandtschaft“ kommt die Osterware allerdings recht spät in die Regale: Erst wenige Wochen vor dem Fest wird ihnen wertvoller Platz eingeräumt. Und wer zu spät kommt, um sich rechtzeitig zu Ostern einzudecken? Der braucht eine gute Entschuldigung, muss aber sonst nicht verzagen: Nach Ostern wird die Ware zu reduzierten Preisen abverkauft – schließlich wartet dann schon das Grillfleisch darauf, seinen sommerlichen Siegeszug im Lebensmittelhandel anzutreten

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