Beim Bauverein brennt's: Fristlose Entlassungen und ein Rücktritt

+
Auf dem ehemaligen Coca-Cola-Gelände an der Ringstraße will der Bauverein ein neues Quartier entwickeln. Die Planungen haben sich aber erheblich verzögert.

Soest - Schon seit 1896 mischt der Soester Bauverein auf dem heimischen Immobilienmarkt mit – aber so alt wie jetzt hat er wohl noch nie ausgesehen: Zwischen Vorstand und Aufsichtsrat hatte es schon seit einiger Zeit Konflikte gegeben, im vergangenen Monat sind die dann eskaliert. Zwei der drei Vorstände wurden fristlos gefeuert, der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende trat zurück.

„Wir sind handlungsfähig“, versicherten Sabine Nethen und Philipp Fischer, die mit Carsten Büttner derzeit das Vorstandstrio bilden, gegenüber dem Anzeiger. Über die konkreten Vorwürfe gegen die beiden entlassenen Vorstände Dr. Ulrich Berger und Gunnar Schelte wollten sich Nethen und Fischer unter Verweis auf laufende interne Prüfungen und ein anhängiges Arbeitsgerichtsverfahren nicht äußern.

„Sie können aber davon ausgehen, dass es um ein gravierendes Fehlverhalten der beiden geht“, so Nethen. Es sei zu befürchten, dass dem Verein ein finanzieller Schaden entstanden sei. Wie groß der ausfallen werde, würde vom Ergebnis einer Steuersonderprüfung abhängen, die ein externes Büro am kommenden Montag beginnen werde.

Die rund 360 Vereinsmitglieder, die im August zunächst von Berger zu einer außerordentlichen Versammlung ein- und dann von anderen Teilen der Vereinsführung wieder ausgeladen worden waren, sollen voraussichtlich im November über Details der Vorwürfe und des möglichen Schadens informiert werden.

Unabhängig davon ist ein anderer Schaden aber wohl bereits eingetreten. „Bei der Entwicklung des ehemaligen Coca-Cola-Geländes haben wir ein Jahr verloren“, räumte Nethen ein. Die von Berger und Schelte vorgesehene Planung mit einer Maximierung von Wohneinheiten (115 plus 78 Appartements) sei inzwischen als völlig unrealistisch verworfen worden. Stattdessen werde jetzt mit Hochdruck an einer alternativen Planung gearbeitet, die möglichst bald den zuständigen Gremien bei der Stadt vorgelegt werden soll.

Berger und Schelte waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare