Gartenserie

Beim Auspflanzen macht ein Plan Sinn 

Stark durchgewurzelte Blumenballen sollten vor dem Einpflanzen ins Freiland aufgebrochen werden, damit die Wurzeln sich besser im Boden ausbreiten können.

Soest – Dem Klimawandel zum Trotz haben die Eisheiligen auch in diesem Jahr ihrem Namen alle Ehre gemacht. Jede der Eisheiligen-Nächte brachte uns Bodenfrost in der Börde. Meine Frühkartoffeln, obwohl mit Vlies abgedeckt, haben leichte Schäden davongetragen. Immer da, wo das Vlies direkt auf den zarten Trieben lag, sind diese erfroren. Der Schaden hält sich aber in Grenzen, und die Kartoffeln werden sich schnell erholen.

Auch Tagetes, an einer geschützten Stelle vorzeitig ausgepflanzt, hat es dennoch kalt erwischt. Und drei, vier Erdbeerblüten sind erfroren. Ansonsten aber haben alle Gewächse die Eisheiligen gut überstanden. In der langfristigen Wetterprognose ist auch von Bodenfrost nicht mehr die Rede. Also können jetzt endlich die vielen frostempfindlichen Sommerblumen hinaus ins Freiland.

In den kommenden Tagen ist also das Auspflanzen angesagt. Vielleicht hatten Sie sich im Winter einen Pflanzplan gemacht. Oder Sie bedienen sich eines solchen Plans aus einer der vielen Gartenzeitschriften. Dann ist klar, wie man nun vorzugehen hat.

Aber wer keinen solchen Plan hat, der sollte einige Regeln beachten. Selbstverständlich kann man die vielen Sommerblumen wild durcheinander pflanzen, wenn man es besonders bunt mag. Aber das Ergebnis dürfte für die allermeisten Freizeitgärtner dann ziemlich unbefriedigend sein.

Drei Faktoren sind besonders wichtig beim Anlegen eines Blumenbeets: Größe, Blühzeitpunkt und Farbe der Blüten. Für die Größe gilt, dass die kleinen Gewächse vorne am Rand stehen sollten und die ganz großen hinten oder in der Mitte, wenn das Beet beidseitig begehbar ist. Auskunft über die Größe geben uns in der Regel die Samentüten oder die Anstecker bei Topfpflanzen, die wir in der Gärtnerei gekauft haben.

Bei Blühzeitpunkt ist es optimal, wenn wir ein Beet so bestücken, dass vom frühen Frühling bis in den späten Herbst immer etwas blüht. Auskunft über den Blühzeitpunkt erhalten wir ebenfalls über die Tütentexte oder den Anstecker. Das bedeutet, dass wir uns vorher einige Gedanken machen sollten, was wohin kommt.

Bei der Farbzusammenstellung gibt es eine Reihe verschiedener Systeme. Man kann beispielsweise bei einer einzigen Farbe bleiben. Weltberühmt ist das so genannte „weiße Zimmer“ im englischen Garten Sissinghurst. Damit das aber nicht langweilig wird, sollte man sorgfältig auf die unterschiedlichen Pflanzenstrukturen und Größenstaffelungen achten.

Beliebt sind auch spannungsreiche Farbkombinationen, etwa in den Komplementärfarben. Wer sich da nicht auskennt, kann leicht im Internet einen Farbkreis finden. Komplementär sind die Farben, die sich im Farbkreis direkt gegenüber stehen.

Ein weiteres Gestaltungsprinzip sind Blumenbeete in Farbverwandtschaften. Gemeint sind damit Farbtöne, die im erweiterten Farbkreis nebeneinander liegen, etwa blau, violett, türkis, dazu silber und weiß. Oder Der Rot-Bereich mit rot, orange, gelb, braun, lila.

Natürlich kann man auch ein Blumenbeet ganz bunt anlegen. Dann sollte man aber darauf achten, dass man immer Gruppen der verschiedenfarbigen Gewächse anpflanzt, die dann später größere Farbflächen im Beet bilden.

Bevor man pflanzt, sollten die Blumen gut gewässert werden. Ich stelle die Töpfe immer für einige Minuten in einen Wasserkübel, damit der Ballen sich richtig vollsaugen kann.

Bei vielen Topfpflanzen ist der Ballen so gut durchwurzelt, dass die Wurzeln am Topf entlang ein dichtes Gewebe bilden. Das sollten wir unbedingt vorher aufbrechen. Es schadet nicht, wenn wir dabei Wurzel zerreißen. Wichtig ist, dass die Wurzeln damit den Weg ins umgebende Erdreich finden, was ohne das Aufbrechen eines solchen Ballens den Pflanzen schwer fällt.

Noch ein Tipp: Beim Kauf sollten wir darauf achten, dass der Ballen gut durchwurzelt ist. Ich habe es leider auch schon erlebt, dass das nicht der Fall war und beim Austopfen dann der Ballen fast vollständig auseinanderfiel – ein Zeichen dafür, dass die Gewächse erst kurz vorm Verkauf eingetopft wurden. Für gewöhnlich finden wir solche schnell produzierte Billigware in unseren Gärtnereien aber nicht.

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