Veranstaltungen erinnern an Soester Orgelbauer Fromme

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Die Orgel im Kloster Brunnen ist heute die am besten erhaltene von Johann Georg Fromme.

Soest - Eine Abbildung gibt es von ihm nicht. Auch seine Lebensdaten sind nicht genau gesichert. Gleichwohl gilt Johann Georg Fromme als einer der bedeutenden westfälischen Orgelbauer und als wichtigster Vertreter der Soester Orgelbauer-Familie Fromme. Vor 200 Jahren starb er. In der nächsten Woche beginnen die Veranstaltungen, die an ihn und das Wirken seiner Familie erinnern.

So viel ist aktenkundig: Johann Georg Fromme, Sohn des Johann Dietrich Fromme, wurde am 7. Januar 1738 in der Soester Paulikirche getauft. Auch sein Sohn Johann Nikolaus Anton wurde dort am 11. April 1771 getauft. Er trat in die Fußstapfen seinen Vaters. Johann Georg Fromme starb am 18. April 1816 an Wassersucht, sein Sohn ertrank am 25. April 1832 im Alter von 61 Jahren. 

Die große heimische Orgelforscherin Hannalore Reuter schreibt: „Die beiden Orgelbauer Vater und Sohn Fromme, deren Tätigkeit vor und nach 1800 noch nicht annähernd erforscht ist, wirkten in ihrer Vaterstadt Soest.“ Weiter heißt es: „Vor allem Johann Georg Fromme kann durch die Vielfalt seiner Arbeiten und erhaltenen Beispiele seiner Kunst in Brunskappel, Dinker, Effel und Klosterbrunnen seinen Rang in der westfälischen Orgelbaugeschichte vor und nach 1800 behaupten.“ 

Tatsächlich steht Frommes am besten erhaltene Orgel heute in der ehemaligen Kapuzinerkirche in Sundern-Kloster Brunnen. Gehäuse und Balganlage von 1801 sind

komplett und acht von zehn Registern im Originale erhalten. Von zwei Fromme-Orgel sind in Eversberg (1765) und im Remblinghausen (1779-1781) die Gehäuse erhalten. Ein guter Orgelbauer könnte aus den vorhandenen Gehäuse auch den musikalischen Bestand rekonstruieren, heißt es. In Soest und Umgebung sind heute keine Fromme-Orgeln mehr im Original erhal

Aber Reparatur-, Wartungs- und Ergänzungsarbeiten an verschiedenen Instrumenten – unter anderem in den Kirchen von Warstein, Neuengeseke und Körbecke sowie in der Soester Wiesen-, Petri-- und Thomäkirche und im Patrokli-Dom – sind nachweisbar. Der Freundeskreis Kloster Brunnen erinnert in einer Konzert- und Vortragsreihe an den Orgelbauer. Auch der Soester Geschichtsverein hat einen entsprechenden Vortrag im Programm (siehe Kasten). 

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