Baumbestattungen voll im Trend

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Auf dem Friedhof in Deiringsen wurde ein Amberbaum gepflanzt.

SOEST - Der Amberbaum stand auf der Wunschliste der Deiringser ganz oben. Der „Liquidambar“, so der lateinische Name des Baumes, wurde am Mittwoch auf dem Deiringser Friedhof neu gepflanzt. Ab Juli können erstmals auch in Deiringsen Bestattungen unter dem Baum stattfinden.

„Das ist der Wunsch der Deiringser“, sagt Ulrich Günther, Betriebsleiter der KBS (Kommunale Betriebe Soest), die auch für die Friedhöfe zuständig sind. Damit folgt Deiringsen dem starken Trend der Baumbestattungen, die auf dem Osthofenfriedhof und in Müllingsen schon länger sehr beliebt sind. „Die Nachfrage nach Baumbestattungen ist in Soest überdurchschnittlich hoch“, weiß Günther.

Seit gut einem Jahr werden Baumbestattungen in verrottbaren Urnen auf dem Osthofenfriedhof angeboten – „in diesem Zeitraum haben schon mehr als 40 Bestattungen dieser Art stattgefunden“, so Günther. Zehn Prozent aller, die nach einer Beerdigung nachfragen, interessieren sich für eine Baumbestattung. „Die Nachfrage ist viel höher als in anderen Kommunen“, erklärt Günther.

In Soest will man mit der Zeit gehen und neue Arten der Bestattung anbieten. In Planung ist ein Aschestreufeld, die Aufstellung einer Urnenwand (Kolumbarium) wird für die Zukunft angedacht.

„Die Umsetzung des Streufelds haben wir aber noch zurückgestellt und werden dafür die Fläche für die Baumbestattungen erweitern.“ Bis jetzt gibt es noch keine partnerschaftlichen Baumbestattungen. Doch das soll sich bald ändern. Der Wunsch nach partnerschaftlichen Baumbestattungen ist groß und die Stadt will diesem Begehr zahlreicher Ehepaare nachkommen, die nebeneinander ruhen möchten.

Auf dem Deiringser Friedhof musste für Teilbereiche des Friedhofs ein neues Bepflanzungskonzept erstellt werden: Viele der Zierkirschen und Wildapfelbäume waren mit ihrem starken Wurzelwerk für die Zerstörung einiger Gräber verantwortlich. Einige Grabsteine gerieten ins Wanken und standen schief. „Weil wir Träger des Friedhofs sind und damit auch die Bäume uns gehören, ist die Stadt dazu verpflichtet, für die Schäden aufzukommen“, erklärt Günther. Eine letzte Zierkirsche stand bis Mittwoch noch – doch nur einer der Angehörigen sei bereit gewesen, die Schäden am Grab aus eigener Tasche zu zahlen.

So wurde die Kirsche gefällt und an anderer Stelle der Amberbaum gepflanzt. Um ihn herum entsteht in den nächsten Monaten ein schöner Platz für Baumbestattungen, der von vornherein teilweise in Zweierreihen für partnerschaftliche Bestattungen angelegt wird. Ein Platz wird gepflastert und mit Bänken bestückt, eine Holzstele wird mit kleinen Glasplatten bestückt, die die Daten der Verstorbenen enthält. Günther: „Dieser Platz wird für die Angehörigen ein Ort der Besinnung.“ - agu

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