Ein Baum auf dem Soester Wall liegt Familie Alke besonders am Herzen

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Ihr Hochzeitsbaum hat sich prima entwickelt: Gisa und Rüdiger Alke vor der Linde auf dem Wall

Soest – Als ob das Ringen um die Bäume auf den Soester Wällen nicht längst schon emotional genug geführt wird. Da melden sich die Soester Eheleute Gisa und Rüdiger Alke gerade in Sachen Wall-Linden zu Wort – und ihr Beitrag hat nun wirklich richtig mit Gefühlen zu tun.

Die Alkes hatten sich zu ihrer Hochzeit entschieden, einen neuen Baum auf dem Wall zu stiften, den nach Kräften zu gießen und sonst wie zu pflegen – gleichsam zur dauerhaften Erinnerung an den „schönsten Tag des Lebens“. 22 Jahre liegt der zurück. 

Und nun die große Sorge: Wird dieser Baum womöglich abgesägt? „Wir möchten doch gern mal daran erinnern, dass die Stadt diese Bäume stehen lässt“, bittet Rüdiger Alke im Gespräch mit dem Anzeiger. Denn sein Hochzeitsbaum und die anderen Linden, die von anderen Paaren 1997 gepflanzt worden waren, stehen exakt auf dem Ulrich-Jakobi-Wall, also in dem Abschnitt, der als nächster saniert werden soll. 

Hier kommt zum Glück die Säge so gut wie gar nicht zum Einsatz. Die Auf- und Abgänge am Ulrichertor und am Jakobitor sind halbwegs flach; damit auch Behinderte den Weg nach oben schaffen, müssen die Rampen nicht zusätzlich abgeflacht – und dafür Bäume gefällt werden. Oben auf der Wallkrone, so ist es beschlossen, sollen nur ein paar Kümmerlinge fallen. 

Alkes Baum trifft es nicht. Der hat sich nämlich dermaßen prächtig entwickelt, dass niemand auf den Gedanken verfallen dürfte, hier die Hand geschweige die Axt anzulegen. Gisa und Rüdiger Alke haben sich alles aufbewahrt: Die Fotos von damals, das Messing-Schildchen für die gestiftete Linde mit ihrem Namen und auch die Urkunde, die es zum Dank und zur Anerkennung aus dem Rathaus gab. 

Unterzeichnet von einem „Dr. Ruthemeyer, Erster Beigeordneter und Kämmerer“. Der hatte gerade ein Jahr zuvor bei der Stadt angefangen und stieg zwei Jahre später zum Bürgermeister auf. 

Die Aktion mit den Hochzeitsbäumen hatte damals übrigens die Anzeiger-Redaktion eingefädelt, vermutlich ahnend, die Bäume auf dem Wall könnten langfristig die Themenspalten im Blatt füllen. 

Wer wie Rüdiger Alke eine so enge Verbindung zu den Soester Wällen hat („Ich kann sie vom Fenster meiner Wohnung aus sehen!“), den fragen wir natürlich auch gern nach seinem Urteil über die Sanierung des ersten Wall-Abschnitts. Das fällt höchst differenziert aus: „Gut gedacht, aber nicht alles gut gemacht.“ Die neuen Wege auf der Wallkrone seien dermaßen gerade und glatt geraden, dass sie längst als „Fahrradautobahn“ herhalten müssten. Statt den Weg durch die Gräfte zu nehmen, würden viele Zweiradfahrer die Tour über den Wall bevorzugen. Die Alkes beobachten das jeden Tag. 

Auch der Weg vom Windmühlenweg durch das „Schussfeld“ am Bürgergarten vorbei Richtung Innenstadt sei einen Tick zu schnurgerade geraten. Weil mit hohem Tempo in die Pedalen getreten werde, befürchtet Rüdiger Alke Schlimmeres an der Wegekreuzung in der Gräfte. Hier seien schon mal – vor dem Ausbau – Radfahrer kollidiert und schwer verletzt worden. Das Warnschild, das man damals nach dem Unfall aufgestellt hatte, gibt es heute nicht mehr. Es sollte wieder aufgestellt werden.

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