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Bauen, Klinikum, Verkehr und mehr: Was 2022 für Soest wichtig wird

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Von: Achim Kienbaum, Marcel Voß, Kathrin Bastert, Gökcen Stenzel

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Im neuen Jahr wird viel gebaut – besonders im Norden der Stadt. Aber auch Straßen und Schulen stehen auf dem Plan.
Im neuen Jahr wird viel gebaut – besonders im Norden der Stadt. Aber auch Straßen und Schulen stehen auf dem Plan. © Peter Dahm

Neues Jahr, neue Herausforderungen, aber auch neue Ziele. Zum Start von 2022 fassen wir zusammen, was für die Stadt wichtig werden könnte und sollte. Fest steht: Soest wird sein Gesicht verändern.

Soest – Ob Verkehr, Bauen oder Klima. Es steht viel an. Auch wenn beispielsweise die Neugestaltung des Marktplatzes noch bis 2024 warten muss, hat die Stadtverwaltung eine Menge vor.

Bauen

Im Laufe des Jahres werden große Teile des Baugebiets „Neuer Soester Norden“ fertig. Der erste Abschnitt wird umgesetzt und die Erschließungsarbeiten sowie die Vermarktung der Grundstücke für den zweiten Abschnitt beginnen. Zwischen der Oestinghauser Landstraße und dem Weslarner Weg entstehen auf einem Gebiet von circa 35 Hektar rund 600 Wohneinheiten.

Auf dem Strabag-Gelände werden Fortschritte sichtbar. Die Gestaltung hat durch den Wettbwerb erste Konturen angenommen, die Politik ist dabei, Details festzulegen. Zunächst müssen die Altlasten im Boden entsorgt werden.

Die Adam-Kaserne ist im Laufe des Jahres nicht mehr Baugebiet, sondern Siedlung. Auch an den Merkurhöfen verschwinden nach und nach die Kräne. Die Stadt arbeitet weiter an der Entwicklung von Bauland – sichtbar werden könnte das womöglich auch schon am Süd-Carrée, auf dem Hilchenbach-Gelände, am Windmühlenweg. Spannend wird auch die Entwicklung der Wessem-Kaserne.

Derweil geht die Wallentwicklung weiter, im nächsten Abschnitt werden der Freiligrathwall und das Ulrichertor saniert.

Verkehr

Es ist einer der am meisten befahrenen Straßenabschnitte in Soest – und das hat seinen Preis: Höflich umschrieben ist der Ring von den Einmündungen des Paradieser Wegs bis zum Bergenring „in die Jahre gekommen“. In der ersten Jahreshälfte soll er deshalb gründlich saniert werden. Die Baustelle sorgt über mehrere Monate hinweg für gravierende Verkehrsbehinderungen. Weil der Ring als L 670 in diesem Bereich in die Zuständigkeit von Straßen-NRW fällt, übernimmt der Landesbetrieb bis zu 85 Prozent der geschätzten Kosten in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro.

Zusätzlich zu den bereits umgesetzten Empfehlungen eines Gutachtens zur Verbesserung der Sicherheit für Radfahrer wird an den Kreuzungen mit dem Paradieser Weg und dem Hattroper Weg die Radverkehrsführung durch Markierungen verändert. Südlich des Soestbachs wird eine Querungshilfe gebaut mit einer Anbindung an das Fuß- und Radwegenetz. Zwischen Soestbach und Schwemeckerweg wird der Radweg zurückgebaut und an der Stelle neu geführt. An der Kreuzung Ring/Hammer Weg/Schendelerstraße wird die Radverkehrsführung ebenfalls neu markiert.

Schulen

Auch in den Schulen soll die Modernisierung fortschreiten. Das wohl größte Projekt in 2022: der neue Mitteltrakt für die Petrischule, der den West- und Ostflügel der Grundschule am Oelmüllerweg verbindet. Die Kosten betragen mindestens 2,75 Millionen Euro. Nach dem Abbruch des alten Mitteltraktes soll im Januar der erste Spatenstich erfolgen.

Klinikum

Die Umsetzung des zunächst heftig umstrittenen Sanierungsprogramms für das Klinikum Stadt Soest ist auf drei Jahre angelegt. Danach sollte sie zum Jahresende 2022 abgeschlossen sein. Ein Erfolg ist nicht nur finanziell für Soest und die Region wichtig, weil die Stadt die Restrukturierung bereits mit einem zweistelligen Millionenbetrag unterstützt hat, sondern weil das Klinikum gemeinsam mit dem Marienkrankenhaus ein Eckpfeiler der medizinischen Versorgung der Börde-Bürger ist.

Geschäftsführung und Politik berichten von ersten Erfolgen des Sanierungsprogrammes, räumen aber auch ein, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für alle Krankenhäuser im Land eine Sondersituation darstellen, die eine Bewertung der Bilanzen aus 2020 und 2021 mindestens erschweren. Dennoch: In 2022 muss sich zeigen, ob das Klinikum eine Zukunft als kommunales Krankenhaus hat.

Klima

Klimaneutrale Smart City, Digitale Modellkommune, digitales Lern- und Arbeitszentrum (Dilas) – beim Klimaschutz hat sich die Politik mehrheitlich auf äußerst ambitionierte Ziele verständigt: Bis 2030 soll Soest klimaneutral sein. Gelingen kann das nur, wenn in allen Bereichen des öffentlichen, aber auch privaten Lebens, Verbesserungen der Klimabilanz erreicht werden. Helfen soll und muss dabei auch der Einsatz digitaler Technik.

Soest erhält als Modellkommune finanzielle Unterstützung für die Entwicklung von Projekten, die auch anderen Kommunen im ländlichen Raum als Vorbild dienen sollen. Zeigen soll auch das sich nicht nur in Dienstleistungen für Bürger, gerade auch solchen der Verwaltung, sondern konkret im Alltag. Daher gehören zu der Smart City auch ganz neue Möglichkeiten der aktiven Beteiligung von Bürgern an Entscheidungsprozessen. Die sollen in 2022 deutlich sichtbarer werden als bisher.

Die Sanierung der Wallanlage erreicht den nächsten Abschnitt.
Die Sanierung der Wallanlage erreicht den nächsten Abschnitt. © Peter Dahm

Der Verkehrsentwicklungsplan wird um die Komponente Klima erweitert. Deshalb gibt es schon Anfang des Jahres eine Verkehrskonferenz, die die Prioritäten festlegen soll: Sind die Busse und deren Taktung wichtiger als der Ausbau der Radwege? Womit muss sich Soest verstärkt beschäftigen? Ist es die Anbindung über den ÖPNV an die Dörfer? Helfen Sammeltaxis?

Nicht alles auf einmal – so haben es die Experten, die die Stadt bisher beauftragt hat, geraten. Um alle engagierten Ziele zu erreichen, auch das ein Expertenrat, sollen in diesem Jahr drei Stellen zusätzlich in der Verwaltung geschaffen werden. Auf Sicht gesehen brauche das ganze Thema sechs bis sieben zusätzliche Fachkräfte.

Windkraft

Die Politik muss sich entscheiden, wo sie die für einen wirksamen Klimaschutz notwendigen sechs großen Windräder platzieren will. Während es für eine Anlage im Südosten zwischen Soest und Bad Sassendorf bereits eine Baugenehmigung gibt, kämpfen Bürgerinitiativen gegen Pläne für weitere große Windräder bei Müllingsen und zwischen Meiningsen, Epsingsen und Röllingsen.

Veranstaltungen – unter Vorbehalt

Schwer zu wagen ist der Ausblick auf die Veranstaltungen 2022. Erleben wir eine Rückkehr zur Normalität? Oder wird es noch einmal Absagen hageln? Einen Termin sollten alle Soester aber schon im Kalender eingetragen haben: Die 684. Allerheiligenkirmes findet vom 2. bis 6. November statt. Angepeilt sind bislang auch das Winterstrahlen vom 11. bis 20. Februar, die Stoffmärkte am 13. März und 25. September, das Kneipenfestival am 19. März sowie der Altstadtfrühling am 2. und 3. April, aber auch der Bördetag vom 13. bis 15. Mai und das Wippen in den Großen Teich am 18. Juni. Der Winzermarkt soll vom 30. Juni bis 3. Juli stattfinden, das Sattel-Fest am 24. Juli und der Bördebauernmarkt am 4. September. Die Mittelaltertage steigen am 3. und 4. September, die „Probierbar“ vom 29. September bis 1. Oktober.

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