Behinderten-Gemeinschaft verwundert über Auszeichnung für Morgnerhaus

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Das Morgner-Museum und die Barrierefreiheit ist ein Thema für die Behinderten-Arbeitsgemeinschaft.

Soest - „Klasse“, findet Caterina David den Umbau des Morgner-Hauses mit dem Ziel, das Museum auf den neuesten Stand zu bringen und es für ein breites Publikum zu erschließen. Die Vorsitzende der Behinderten-Arbeitsgemeinschaft im Kreis Soest (BAKS) bringt jedoch ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass schon zum jetzigen Zeitpunkt das Prädikat „Barrierefreiheit“ besonders herausgestellt werde.

„Dieser Vorgriff stört uns“, betont sie, „das hätte noch ein paar Wochen Zeit gehabt.“ 

Caterina David bestätigt die grundsätzlich gute Zusammenarbeit und die enge Abstimmung mit der Stadt.

Die BAKS sei in das Projekt eingebunden gewesen, um ihr Wissen einzubringen und die Belange von Menschen mit Behinderungen darzustellen. Einige Hinweise einer langen Liste, die die Arbeitsgemeinschaft nach einer Begehung aufgestellt habe, seien umgesetzt worden, schildert Caterina David.

Andere Punkte sollten noch im Laufe der weiteren Sanierung Berücksichtigung finden, fasst sie den Zwischenstand vom vergangenen Herbst zusammen. Erst für den kommenden Monat sei ein abschließender Rundgang vereinbart, um zu sehen, was alles erledigt wurde, was eventuell noch offen oder vielleicht auch gar nicht machbar ist. Nun aber habe sie durch die Berichterstattung im Anzeiger von der Auszeichnung des Landschaftsverbandes für das MWM (Museum Wilhelm Morgner) als Denkmal des Monats erfahren, wobei ein wichtiges Merkmal die Barrierefreiheit sei. Diese besondere öffentliche Würdigung findet Caterina David auch prinzipiell gut, sie sei dem Morgner-Haus nach der umfassenden Modernisierung zu gönnen, komme in dieser Form aber zu früh.

Denn noch sei nicht klar, ob wichtige Kriterien die die BAKS im Interesse von Besuchern mit Handicaps angesprochen habe, auch tatsächlich aufgegriffen worden seien. Davon müsse man sich erst noch überzeugen, so die Vorsitzende. Immerhin sei es möglich, dass sich bei dem in Kürze angesetzten Termin noch wesentliche Kritikpunkte finden. Besser in der Reihenfolge wäre es gewesen, die BAKS hätte zuerst ihr Okay gegeben. Gemeinsames Ziel sollte es sein, einen für alle Beteiligten zuträglichen Konsens in Bezug auf Nutzung, Denkmalschutz und Barrierefreiheit zu finden, heißt es in einem Brief der Stadt an die BAKS vom vorigen Oktober. In dem Schreiben ist jedoch auch von Zielkonflikten die Rede, da in einem bestehenden Gebäude nicht alle wünschenswerten Lösungen praktikabel seien. Alle Ebenen seien nunmehr barrierefrei zu erreichen. Für ein Museum dieses Baujahres nehme das MWM damit eine Vorbildfunktion in Westfalen ein. Das Haus in der Soester Altstadt stammt aus den 60er-Jahren.

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