Frostperiode

Bäume vor Kälte schützen: Garten-Experte gibt Tipps für den Winter

Wenn sich Frost und Kälte ankündigen, greift Klaus Fischer zum Pinsel. Im Winter schützt er junge Bäume vor der kalten Jahreszeit. Der Garten-Experte hat so einige Tipps parat.

Soest – Wie wird der Winter? Wird er wieder so mild wie der letzte? Oder bekommen wir vielleicht eine Frostperiode mit sehr tiefen Temperaturen? Niemand kann das sagen – deshalb sollten wir uns auch nicht darauf verlassen, dass der Winter ohne Schnee und Dauerfrost daherkommt und unsere Bäume für den Fall der Fälle rüsten.

PhänomenDauerfrost
BedeutungFrost, der den ganzen Tag und die ganze Nacht anhält
Temperaturendauerhaft im Minusbereich
SynonymPermafrostboden

Bäume im Winter vor Kälte schützen: Garten-Experte rät zu speziellem Frostschutz

Es geht um den Frostschutz für Obstbäume und andere Bäume - besonders für die jüngeren Exemplare. Sie brauchen im Winter einen speziellen Frostschutz, nämlich einen Kalkanstrich, den wir am besten jetzt auftragen.

Zunächst einmal ein wenig Wetterkunde und Physik. Das Wetter, das die meisten Menschen am liebsten haben, ist ein ruhiges Hochdruckgebiet über uns – wie wir es seit einigen Tagen gerade erleben. Der Himmel ist meistens blau, es bleibt trocken, und die Sonne verwöhnt uns.

Solche Wetterlagen sind in den letzten zehn Jahren immer häufiger bei uns geworden, in den vergangenen drei warmen Perioden sogar so dominant, dass wir es inzwischen mit dem Phänomen großer Dürre zu tun bekommen haben.

So ist es durchaus möglich, dass wir auch in den Winter-Monaten längere Hochdruckperioden bekommen. Im Winter bedeutet das aber, das tagsüber die Sonne kräftig scheint, die Nächte dafür aber bitterkalt werden. Der wolkenlose Himmel verstärkt den Effekt, dass sich nachts Luft, Erde und Wasser stark abkühlen und ihre am Tag gespeicherte Wärme rasch abgeben.

Klaus Fischer rät in seiner Gartenserie: Bevor wir die Baumstämme weißeln, müssen wir sie erst einmal mit einer Stahlbürste gründlich von losen Rindenstücken befreien.

Bäume im Winter vor Kälte schützen: Garten-Experte legt nahe, Rinde zu schützen

Für Bäume bedeutet die wechselnde Wärme und Kälte im Winter, dass sich ihre Rinde und das darunter liegende Gewebe am Tag stark erwärmen, besonders auf der am längsten sonnenbeschienenen Südseite, und somit die Säfte fließen. Dann kommt die Nacht mit starkem Frost, die Säfte gefrieren unter der Rinde, und diese platzt auf von oben nach unten, also senkrecht. Diese Frostrisse sind insofern gefährlich, weil sie für Krankheitskeime – allgegenwärtige Pilzsporen zumeist – eine leichte Eintrittspforte sind.

Klaus Fischer rät: Nach dem gründlichen Aufrühren der Kalkfarbe tragen wir sie mit einem breiten Pinsel satt auf dem Baumstamm bis zum Kronenansatz auf.

Damit es erst gar nicht zu solchen Rissen kommt, sollten wir die jüngeren Bäume in unserem Garten, die besonders gefährdet sind, weil ihre Rinde noch dünn ist, jetzt schützen. Man kann beispielsweise Schatten spendende Bretter an den Baumstamm lehnen oder besser noch, diese daran festbinden, damit sie nicht beim nächsten Windstoß umgepustet werden. Allerdings sind solche verbretterten Stämme gewöhnungsbedürftig.

Bäume im Winter vor Kälte schützen: Stämme lassen sich laut Garten-Experte weißeln

Eine andere, altbewährte Methode ist, die Stämme zu weißeln, das heißt, man streicht sie mit einer speziellen weißen Farbe an. Die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht, während die dunkle Rinde es absorbiert – und damit sich aufheizt. Ein weißer Stamm bleibt also viel kühler als ein dunkler, und es kommt nicht zum Saftfluss und damit auch nicht zu den Frost-Rissen.

Obstbäume sollten vor Frost im Winter geschützt werden.

Natürlich wird für den Anstrich keine weiße Latexfarbe oder ähnliches genommen, sondern ein spezieller Kalkanstrich. Diese Farbe können wir fertig im Garten-Handel kaufen. Sie selber aus Kalk anzurühren, kann ich nicht empfehlen, weil der Kalk aus dem Baustoffhandel die Rinde schädigen kann.

Vorm Auftragen muss man die weiße Farbe gründlich aufrühren. Auch müssen wir erst die Stämme mit einer Stahlbürste abreiben, um lose Rinden-Stücke zu entfernen. Dann wird die Kalkfarbe mit einem breiten Pinsel aufgetragen. Sie hält ziemlich fest auf der Rinde, aber nicht dauerhaft, wird also im Laufe der Winter-Monate vom Regen wieder allmählich abgewaschen.

Klaus Fischer rät: Die Stämme der jüngeren Obstbäume sind fertig geweißelt. Jetzt sind sie für den Winter gerüstet, um auch sehr tiefe Temperaturen überstehen zu können.

Jetzt sind unsere Obstbäume für den Winter gerüstet, auch für einen strengen. Mehr im Netz unter www.gartenbauverein-soest.de.

Es gibt eine ganze Reihe an Vorkehrungen für den Winter*. Kurz bevor die Kälte den Garten gänzlich übermannt, können Gärtner wichtige Dinge tun in der Gartenpflege. - *24garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst / dpa

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