„Baby One“ übernimmt insolventes „Happy Baby“ in Soest

Da kann ich ja beruhigt schlafen! Auch morgen gibt's für mich noch Klamotten in Soest zu kaufen.

Soest – Jetzt dürften auch Eltern und die Verkäuferinnen wieder halbwegs „happy“ (glücklich) sein. „Happy Baby“, der in wirtschaftliche Schieflage geratene Baby-Fachmarkt am Riga Ring, ist zwar nicht mehr zu retten, aber mit „Baby One“ geht ab März ein Nachfolger an den Start, der sein Metier seit über 25 Jahren beherrscht und mittlerweile mehr als 80 Märkte in ganz Deutschland betreibt.

„Wir sind gleich nach Beginn des Insolvenzverfahrens auf die Suche gegangen“, rekapituliert Insolvenzverwalter Martin Schmidt. Heute nun biete sich eine „gute Chance“ für alle Beteiligten: Für die 14 Fachkräfte in den „Happy-Baby-Läden“ in Soest und Lippstadt, für die Kunden und für die Händler, die „im sechsstelligen Euro-Bereich“ Waren geliefert, aber eben noch nicht das Geld dafür gesehen haben.

Kummer mit der Insolvenz hatten aber auch viele Eltern – wir berichteten. Sie hatten im Vertrauen in den Laden und in Vorfreude auf ihren Nachwuchs schon mal Kinderwagen, Schlafsäcke und Autoschalen ausgesucht, zurücklegen lassen und angezahlt – oft für mehrere hundert Euro. Mit der Insolvenz haben diese Vorableistungen buchstäblich ihren Wert verloren. Es gab viele laute Klagen. „Den allermeisten haben wir helfen können“, sagt Schmidt, aber eben nicht allen.

Unterm Strich bleiben jetzt immer noch einige Kunden, die auf ihren Vorauszahlungen und Gutscheinen sitzen geblieben sind. Und es bleiben Händler, die nun durch den Räumungsverkauf zu dicken Rabatten zumindest einen Teil ihres Geldes wiedersehen könnten.

Bis Ende Februar läuft dieser Abverkauf noch, danach ist Schluss mit der Firma „Happiest Baby“, die sich an die Happy-Baby-Kette gehängt und vor zwei Jahren die beiden Märkte in Soest und Lippstadt eröffnet hat.

"Baby One" soll um Ostern herum eröffnen

Im März tritt „Baby One“ an und wird erst einmal einen Monat brauchen, die Läden neu herzurichten, umzudekorieren und ihr eigenes Sortiment einzuräumen und auszustellen. Neuanfang, so Schmidt, heißt aber auch: Wer dann noch mit alten Gutscheinen und Forderungen kommt, dem wird nicht mehr geholfen werden können. Um Ostern herum soll „Baby One“ eröffnen. „Allen 14 Beschäftigten sind Angebote gemacht worden“, sagt der Insolvenzverwalter.

„Der starke Wettbewerb und der Preisdruck“, so Schmidt, hätten letztlich zu der Schieflage bei „Happiest Baby“ geführt. Wie auch sonst im Einzelhandel seien Kunden in den Laden gekommen, hätten sich Kinderwagen angeschaut und beraten lassen, letztlich dann aber doch nur das Typenschild fotografiert und sich im Internet die Ware bestellt.

„Baby One“ mit seinem dichten Filialnetz von Flensburg bis an die Schweizer Grenze, von Aachen bis Dresden hat schon seit längerem die starke Online-Konkurrenz im Blick. Das Unternehmen hat parallel zu seinem stationären Geschäft längst einen eigenen Online-Verkauf aufgebaut, um hier nicht unnötig Marktanteile zu verlieren.

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