Awo feiert ein Jubiläum nach dem anderen

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Brigitta Heemann und Gudrun Tack.

Soest – „Die Awo setzt sich für Schwache ein. Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe und unseren Schutz.“ Das sagt Brigitta Heemann, seit vielen Jahren Vorsitzende des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt. Sie weist auf den Tag gegen Rassismus hin, den sie mit dem Anliegen verbindet, rechtzeitig gegenzusteuern, nicht erst dann, wenn der Zug bereits volle Fahrt aufgenommen hat. 

Was haben junge Menschen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind, zurück gelassen? Wie ist es ihnen unterwegs ergangen, was haben sie erlebt? Wie geht es ihnen heute? Was haben sie angetroffen? Darüber erzählen Betroffene, die am 22. März der Einladung des Soester Ortsvereins folgen. Der feiert sein 95-Jähriges, die große Awo-Gemeinschaft, der auch die Soester angehören, besteht bereits seit 100 Jahren. In Soest steht das Jahr darüber hinaus im Zeichen von gleich vier Silberjubiläen: Eines davon begeht Brigitta Heemann, die in demselben Jahr den Vorsitz übernahm, als auch die Kindergärten „Bunte Welt“ und „Mullewapp“ sowie das Bewohnerzentrum am Britischen Weg ihre Pforten öffneten.

Ein Info-Abend mit der Gruppe „Migranten mischen mit (MMM)“, gehört zum Programm dieses besonderen Jahres. „Ziel der Veranstaltung ist es, Flüchtlinge und Asylbewerber besser zu verstehen“, hebt Brigitta Heemann hervor. Sie fügt ein Zitat hinzu, das sie gefunden hat und wie sie meint, genau den Kern trifft: „Das älteste und stärkste Gefühl ist Angst, die älteste und stärkste Form der Angst ist die Angst vor dem Unbekannten.“ 

Zur Gruppe MMM gehören junge Leute aus Syrien, Libanon, Türkei, Afghanistan, Serbien, Kosovo, Polen und Russland. In ihrem Bühnenstück möchten sie „Flüchtlingen ein Gesicht geben“. Gudrun Tack vom Jugendmigrationsdienst der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Hochsauerland/Soest in Lippstadt beschreibt die auf Interviews basierende authentische Inszenierung so: „Nicht der Migrationshintergrund steht im Mittelpunkt, sondern der einzelne Mensch. Wie sah sein Alltag einmal aus? Welche Träume hatte er? Was hat sich alles verändert? 

Gudrun Tack: „Das Stück fördert Einsichten. Der Blickwinkel ändert sich.“ Bei den bisherigen Aufführungen habe sie erlebt, wie tief berührt das Publikum war, bei einigen Besuchern seien sogar Tränen geflossen. Hinterher bestehe immer großer Redebedarf. Sie berichtet auch von zwei Musikern aus Ungarn, die zu jeder Vorstellung anreisen, weil sie es als Ehre ansehen, das Projekt durch ihr Mitwirken zu unterstützen.Das Bündnis für Demokratie und Toleranz zeichnete das Engagement aus, eine weitere Ehrung erfolgte durch den Deutschen Integrationspreis. Menschen sollen ins Gespräch kommen, diese Erwartung knüpft Brigitta Heemann an den Abend. Sie macht deutlich, wie wichtig es ist, mehr voneinander zu erfahren – auch dann, wenn – so wie in Soest, Menschen aus unterschiedlichen Nationen als Nachbarn Tür an Tür leben und im Großen und Ganzen gut miteinander auskommen.

Termin: Freitag, 22. März, 19 Uhr, Kulturhaus Alter Schlachthof in Soest.

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